Unterwolle beim Hund entfernen: Sicher, effektiv und stressfrei durch den Fellwechsel
Die richtige Pflege der Unterwolle vermindert Verfilzungen, Hitzestress und Hausstaubbelastung. In diesem Ratgeber lernst du, wann und wie du Unterwolle bei deinem Hund schonend entfernst — mit Werkzeug, Technik und Pflege-Tipps für entspannten Fellwechsel.
Warum Unterwolle beim Hund entfernen?
Unterwolle ist die weiche, dichte Haarschicht unter dem Schutzhaar. Sie schützt den Hund vor Kälte, wird aber saisonal abgestoßen. Das Entfernen abgestorbener Unterwolle beugt Verfilzungen vor, reduziert Haarausfall in Wohnung und Auto und hilft dem Hund, Wärme besser zu regulieren. Richtig gemacht ist es also sowohl hygienisch als auch komfortverbessernd.
Wann solltest du die Unterwolle entfernen?
- Fellwechselzeit: Frühling und Herbst sind die Hauptzeiten. Im Frühjahr hilft es gegen Hitzestress, im Herbst unterstützt es das Nachwachsen einer dichten Winterunterwolle.
- Regelmäßig: Bei stark haarenden Rassen (z. B. Siberian Husky, Malamute, Spitz, Golden Retriever) lohnt sich 1–2× pro Woche während des Fellwechsels.
- Bei Verfilzungen oder Hautproblemen: Sofort handeln — aber vorsichtig und gegebenenfalls mit professioneller Hilfe.
Welche Hunderassen haben Unterwolle?
Viele mittellang- bis langhaarige Rassen haben Unterwolle. Beispiele: Huskys, Malamutes, Akitas, Chow-Chow, Deutsche Schäferhunde, Golden Retriever, einige Terrier und viele nordische Rassen. Auch manche kurzhaarige Rassen können eine dünne Unterwolle haben.
Die richtigen Werkzeuge
- Unterwollenrechen / Furminator: Sehr effektiv, um lose Unterwolle zu lösen. Für regelmäßige Anwendung geeignet.
- Matbreaker / Dematter: Zum Lösen dicker, verfilzter Stellen.
- Slicker-Bürste: Für Finish und feine Knoten.
- Kämme mit weitem und feinem Zahn: Zur Kontrolle und zum Entfernen kleinerer Knoten.
- Föhn (tiergerecht) & Handtuch: Zum Entfernen gelöster Haare nach einem Bad oder zum Auffrischen.
Mehr Infos zu Werkzeugen findest du z. B. hier: Groomers Mall – Unterwolle entfernen.
Schritt-für-Schritt: Unterwolle beim Hund entfernen
- Arbeitsplatz vorbereiten: Ruhiger Raum, Handtuch oder alte Decke, Leckerli bereit. Kurze Sessions (5–15 Minuten) sind oft effektiver als lange.
- Vorsichtig anschauen: Kontrolliere Haut und Fell auf Rötungen, Parasiten oder Wunden. Bei Auffälligkeiten Tierarzt aufsuchen.
- Vorentwirren: Bei Verfilzungen mit einem Entfilzungstool oder den Fingern vorsichtig arbeiten. Niemals mit Gewalt reißen.
- Mit dem Rechen arbeiten: Rechen in Haarwuchsrichtung (meist entgegengesetzt zur Haut) ansetzen und mit sanftem Druck durchziehen. Nicht zu oft über dieselbe Stelle, um die Haut nicht zu reizen.
- Finish: Mit Slicker-Bürste oder Kamm das Deckhaar glätten. Bei Bedarf mit lauwarmem Wasser duschen und gründlich trockenföhnen, um gelöste Haare zu entfernen.
- Belohnen: Leckerli und Lob festigen die positive Verknüpfung.
Tipps für ängstliche oder verfiltzte Hunde
- In kurzen, positiven Einheiten arbeiten und gelegentlich Pausen machen.
- Bei starken Verfilzungen ist professionelle Schermaschine oder Carding (Ausbürsten beim Groomer) oft sinnvoller als Heimversuche.
- Wenn der Hund Schmerzen zeigt, beende die Sitzung und lass einen Profi oder Tierarzt prüfen.
Was du vermeiden solltest
- Nie die Unterwolle komplett abrasierren — das kann die natürliche Thermoregulation stören und Sonnenbrand oder Hautreizungen verursachen.
- Keine rohen Gewaltanwendungen: Zerren verursacht Schmerzen und verliert Vertrauen.
- Nicht zu häufig oder zu aggressiv behandeln — Hautreizungen können die Folge sein.
Hausmittel und Pflegeprodukte
Sanfte Pflegeshampoos, Conditioner speziell für Hunde und ein entwirrendes Spray können helfen. Natürliche Öle sparsam (z. B. ein Tropfen Kokosöl) zur Glättung des Deckhaars sind möglich, aber achte auf Unverträglichkeiten. Bei Unsicherheit lieber auf Tierpflegeprodukte zurückgreifen.
Wann zum Profi oder Tierarzt?
- Bei starken Verfilzungen, Hautrötungen, offener Haut oder Parasitenbefall.
- Wenn dein Hund extrem gestresst reagiert oder Schmerzen zeigt.
- Für spezielle Techniken wie Carding, Stripping oder fachgerechtes Scheren (z. B. Ausstellungs- oder Rassen-spezifische Schnitte).
Gute Anlaufstellen sind Hundesalons und Groomer. Lies vorher Bewertungen und frag nach Arbeitsweise mit Unterwolle (z. B. BluePet – Unterwolle richtig entfernen).
Häufige Fragen kurz beantwortet
- Kann ich meinen Hund scheren? Bei vielen Rassen nicht empfohlen. Scheren kann das Fellwachstum und die Schutzfunktion beeinträchtigen.
- Wie oft im Jahr? Intensiv im Frühjahr/Herbst; zwischendurch je nach Rasse 1×/Woche bis 1×/Monat.
- Hilft bürsten alleine? Bürsten entfernt Deckhaare; spezielle Rechen sind nötig, um Unterwolle effektiv zu entfernen.
Fazit
Unterwolle beim Hund entfernen gehört zur sinnvollen Fellpflege: richtig angewandt reduziert es Verfilzungen, verbessert das Wohlbefinden und verringert das Haaren in Haus und Auto. Die Kombination aus passenden Werkzeugen, schonender Technik und kurzen, positiven Einheiten macht den Unterschied. Bei Unsicherheit oder Problemen ziehe einen erfahrenen Groomer oder Tierarzt hinzu.
Weiterführende Infos und Anleitungen findest du in Praxisbeiträgen wie diesem auf Herz-für-Tiere oder in Video-Tutorials (YouTube: Unterwolle entfernen – Anleitung).
Weitere Beiträge
Die Ursachen und Lösungen für Tränenstreifen bei Hunden
vor 3 Monaten
Strahlend schönes Fell für Hunde – Die besten Hausmittel
vor 3 Monaten