Wenn der Hund extrem haart – 12 wirksame Maßnahmen, die wirklich helfen
Dein Hund verliert plötzlich Unmengen an Haaren und du fragst dich: „Hund haart extrem — was hilft?“ In diesem Artikel erfährst du, warum Hunde stark haaren und welche praktischen, tiergerechten Maßnahmen sofort und langfristig Entlastung bringen.
Starkes Haaren kann Hundehalterinnen und -halter schnell frustrieren. Oft steckt harmloser Fellwechsel dahinter, manchmal aber auch ein Nährstoffmangel, Parasiten oder eine Erkrankung. Hier findest du eine strukturierte Anleitung mit sofort umsetzbaren Tipps und langfristigen Lösungen, damit dein Hund weniger Haare verliert und das Fell wieder gesünder aussieht.
1. Ursachen zuerst: Warum haart mein Hund überhaupt so stark?
- Fellwechsel (Saisonales Haaren): Vor allem Frühling und Herbst verlieren viele Hunde Unterwolle.
- Rasse und Felltyp: Scheren- und Hunderassen mit dichter Unterwolle haariger als kurzhaarige Rassen.
- Ernährung: Fehlende essentielle Fettsäuren, Proteine oder Vitamine schwächen das Fell.
- Parasiten & Infektionen: Flöhe, Milben oder Pilze führen zu vermehrtem Haarverlust.
- Hormonelle Störungen: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Cushing können Haarausfall auslösen.
- Stress, Allergien oder Hautreizungen: Psychischer Stress oder Futtermittelallergien zeigen sich oft am Fell.
2. Sofortmaßnahmen zu Hause — das kannst du heute noch tun
- Regelmäßig bürsten: Täglich bei starkem Haaren, 2–3× pro Woche sonst. Verwende passende Werkzeuge (Unterwollstriegel, Entfilzer, Slicker-Bürste).
- Entfilzen vermeiden: Knoten schneiden oder entwirren — grobe Maßnahmen nur durch Profi-Groomer.
- Bäder sparsam, gezielt: Ein mildes Hundeshampoo entfernt lose Haare und Hautschuppen; zu häufiges Waschen trocknet die Haut aus. Bei starkem Fett- oder Schmutzaufkommen 4–6 Wochen Intervall, bei sensibler Haut seltener.
- Saubere Umgebung: Staubsaugen, Möbelüberzüge und Fusselroller reduzieren Haaransammlungen im Haus.
3. Die richtigen Werkzeuge
- Unterwollkamm / Rake: Entfernt tote Unterwolle bei Hunde mit dichter Unterwolle.
- Slicker-Bürste: Für Verfilzungen und oberflächliche Loshaare.
- Gummistriegel oder Handschuh: Gut für Kurzhaar- und Kurzhaar-Mischlinge.
- Fellschneider / Trimmer: Nur bei Bedarf und am besten vom Profi einsetzen lassen.
4. Ernährung & Ergänzungen — was hilft wirklich?
Ein gesunder Futterplan ist einer der wichtigsten Hebel:
- Hochwertiges Protein: Fell besteht überwiegend aus Eiweiß — qualitative Proteinquellen (Fisch, Geflügel) sind wichtig.
- Omega-3/-6-Fettsäuren: Fettsäuren (z. B. Fischöl, Leinöl) verbessern Haut und Fell sichtbar.
- Vitamine & Mineralien: Biotin, Zink und Vitamin E unterstützen die Fellstruktur.
- Futterumstellung langsam: Neue Diäten über 7–10 Tage einschleichen, plötzliche Wechsel können Durchfall oder Stress auslösen.
Viele Tierärzte empfehlen Ergänzungsfuttermittel mit Omega-3 (EPA/DHA) bei starkem Haaren. Bei Unklarheiten: Blutwerte vom Tierarzt prüfen lassen.
5. Wann solltest du zum Tierarzt?
- Plötzliches, punktuelles oder großflächiges Ausfallen der Haare
- Rötung, Schuppen, offene Stellen oder starkes Jucken
- Veränderungen im Verhalten: Schlappheit, vermehrter Durst, Gewichtsverlust
- Wenn Hausmittel und bessere Pflege nach 2–4 Wochen keine Besserung bringen
Der Tierarzt kann Hautproben, Bluttests (z. B. Schilddrüse) oder Allergietests veranlassen und gezielt behandeln.
6. Besondere Situationen: Allergien, Parasiten und Hormone
Bei Allergien hilft oft eine Ausschlussdiät oder antiallergische Medikamente; Parasitenbehandlungen mit spot-on-Präparaten oder Tabletten sind schnell wirksam. Hormonelle Ursachen müssen tierärztlich diagnostiziert und behandelt werden (z. B. Schilddrüsenhormon-Therapie).
7. Pflegeroutine je nach Felltyp
- Kurzhaar: 1–2× pro Woche bürsten, Bad nach Bedarf
- Langes Fell: Tägliches Bürsten, regelmäßiges Trimmen bei Verfilzung
- Hunder mit Unterwolle: Intensiveres Ausbürsten während des Fellwechsels
8. Reinigungstipps für Zuhause
- Robuster Staubsauger mit Tierhaaraufsatz
- Waschbare Möbelüberzüge und Mikrofasertücher
- Textilrasierer oder Fusselroller für Kleidung
Fehler, die du vermeiden solltest
- Zu häufiges Baden
- Schlechte oder zu radikale Futterumstellungen
- Eigenmächtige Gabe von Medikamenten ohne Tierarzt
- Ungeeignetes Bürsten, das die Haut verletzt
Fazit — kurz und praktisch
Wenn dein Hund extrem haart, beginne mit einer konsequenten Pflegeroutine: passende Bürsten, hochwertige Ernährung und gezielte Ergänzungen. Beobachte, ob sich Hautbild und Verhalten verbessern; bei ungewöhnlich starkem Haarausfall oder Hautveränderungen sollte zeitnah der Tierarzt eingeschaltet werden. Kleine Maßnahmen (tägliches Bürsten, Omega-3, Parasitenprophylaxe) bringen oft schon große Entlastung — für dich und deinen Vierbeiner.
Schnelle Checkliste: Was du jetzt tun kannst
- Täglich 5–10 Minuten bürsten (je nach Felltyp länger)
- Auf hochwertiges Futter mit ausreichendem Protein achten
- Omega-3-Präparat erwägen (nach Rücksprache Tierarzt)
- Wohnbereich regelmäßig staubsaugen und Überzüge nutzen
- Bei Auffälligkeiten: Termin beim Tierarzt vereinbaren
Weiterführende Informationen findest du z. B. beim Fressnapf Magazin oder dem Deutschen Tierschutzbund. Bei gesundheitlichen Fragen ist der eigene Tierarzt die beste Adresse.
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