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Tränenflecken beim Hund entfernen: Sanfte Methoden, Ursachen und Vorbeugung

Lukas Fuchs vor 2 Wochen Hunde Pflege und Hygiene 3 Min. Lesezeit

Tränenflecken sind unschöne, rötlich-braune Verfärbungen rund um die Augen vieler Hunde — besonders bei hellen Fellfarben. In diesem Artikel lesen Sie, warum Tränenflecken entstehen, wie Sie sie sicher und effektiv entfernen und was langfristig hilft, damit sie gar nicht erst wiederkommen.

Was sind Tränenflecken (Epiphora) und warum entstehen sie?

Tränenflecken sind Verfärbungen im Fell um die Augen, die durch überschüssige Tränenflüssigkeit entstehen. Die Verfärbung kommt meist durch Eisen- und Proteinablagerungen in der Tränenflüssigkeit und durch Bakterien/ Hefen zustande. Häufige Ursachen sind:

  • Anatomie (enger Lidspalt, überstehende Haare, brachyzephale Rassen wie Mops, Shih Tzu)
  • Verstopfte oder missgebildete Tränenabflussgänge
  • Chronische Augenentzündungen, Allergien, Fremdkörper
  • Futter, Wasserqualität und bakterielle Besiedlung der Haut
  • Genetische Veranlagung — besonders bei weißen oder hellen Fellen sichtbar

Grundregeln vor der Behandlung

  • Bevor Sie regelmäßig reinigen oder Produkte anwenden: Augen vom Tierarzt untersuchen lassen. Hinter anhaltender Tränenbildung kann eine behandelbare Ursache stecken (Infektion, fehlgebildeter Tränenkanal).
  • Nie aggressive oder reizende Substanzen verwenden (z. B. Wasserstoffperoxid, Bleichmittel, Alkohol direkt am Auge).
  • Sanftes Vorgehen: Die Haut rund ums Auge ist sehr empfindlich.

Schritt-für-Schritt: Tränenflecken sicher entfernen

Folgen Sie dieser Anleitung 1–2× täglich, je nach Verschmutzung:

  1. Material bereitlegen: sterile Kochsalzlösung (physiologische NaCl 0,9 %), weiche Wattepads oder Mikrofasertuch, saubere Schere/Trimmer für Fell, ggf. ein spezielles Reinigungsgel / Tränenfleckenentferner für Hunde.
  2. Lockerung der Krusten: Ein feuchtes Wattepad mit warmer (nicht heißer) Kochsalzlösung tränken und 30–60 Sekunden sanft auf die verkrusteten Stellen legen, um Schmutz zu lösen.
  3. Sanft reinigen: Von innen (Nasenwinkel) nach außen wischen, nie zur Nase hin reiben. Ein Pad nur einmal verwenden, dann entsorgen.
  4. Hartnäckige Flecken: Leichtes Einmassieren mit einem speziell für Hunde geeigneten, enzymatischen oder milden Augenreiniger kann helfen. Produktanweisungen beachten.
  5. Trocknen und pflegen: Haut sanft trocken tupfen. Bei empfindlicher Haut kann eine dünne Schicht eines veterinarian-genehmigten Pflegestifts/Balsams aufgetragen werden.
  6. Fell kürzen: Haare rund ums Auge regelmäßig und vorsichtig kürzen (lassen Sie dies ggf. vom Hundefriseur oder Tierarzt zeigen).

Produkte und Hausmittel — was wirkt, was schadet?

  • Empfohlene Produkte: Veterinär-Augenreiniger, spezielle Tränenflecken-Entferner und fusselfreie Augenreinigungstücher. (Siehe z. B. Herstellerinfos wie Pawlies oder Herstellerseiten für Augenreiniger.)
  • Hausmittel mit Vorsicht: Kochsalzlösung ist unproblematisch. Einige Besitzer nutzen auch destilliertes Wasser. Von ungetesteten Mitteln (z. B. hochprozentigem Alkohol, Wasserstoffperoxid, Haushaltsbleiche) strikt abraten — diese schädigen Haut und Augen.
  • Silberwasser/kolloidales Silber: In Foren empfohlen, aber nicht ohne Rücksprache mit dem Tierarzt verwenden — Risiko von Nebenwirkungen.

Langfristige Maßnahmen und Vorbeugung

Reinigung allein beseitigt oft nur die sichtbaren Spuren. Um Tränenflecken dauerhaft zu reduzieren:

  • Regelmäßige Pflege: tägliches bis mehrmals wöchentliches Reinigen der Augenpartie beugt Ablagerungen vor.
  • Haarpflege: Augenbereich kurz halten, damit Tränen nicht im Fell verbleiben.
  • Ernährung prüfen: Hochwertiges Futter, sauberes Wasser und ggf. Umstellung nach Absprache mit dem Tierarzt können die Hautflora verbessern.
  • Allergien & Entzündungen behandeln: Allergien, Zahnprobleme oder chronische Entzündungen können vermehrte Tränenbildung auslösen — tierärztliche Behandlung ist wichtig.
  • Auf anatomische Ursachen prüfen: Bei verstopften Tränenkanälen kann der Tierarzt Spülungen oder operative Lösungen anbieten.

Wann zum Tierarzt?

Suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf, wenn:

  • die Augen stark gerötet, geschwollen oder eitrig sind
  • Ihr Hund auf das Auge reagiert, Schmerz zeigt oder vermehrt blinzelt
  • plötzlich sehr starke, einseitige Tränenflüssigkeit auftritt
  • häufiges Wiederauftreten trotz Pflege

Tierärztliche Optionen reichen von antibiotischer oder antientzündlicher Behandlung bis zur Tränendrusenspülung oder chirurgischen Korrektur bei ausgeprägten Fehlbildungen.

Spezielle Hinweise für weiße Hunde und bestimmte Rassen

Bei weißen und hellen Hunderassen fallen Tränenflecken stärker auf. Rassen wie Malteser, Bichon Frisé, West Highland Terrier oder Havaneser neigen eher dazu. Hier sind regelmäßige Pflege und frühzeitige tierärztliche Abklärung besonders wichtig.

Häufig gestellte Fragen (Kurz)

Wie schnell verschwinden Tränenflecken? Leichte Verfärbungen lassen sich in Tagen bis Wochen aufhellen; tiefe, langjährige Verfärbungen können bestehen bleiben und brauchen länger oder professionelle Behandlung.
Kann man Tränenflecken ganz verhindern? Nicht immer — bei anatomischen oder genetischen Ursachen sind Flecken oft wiederkehrend, aber durch Pflege deutlich reduzierbar.
Sind teure Produkte nötig? Nicht immer. Gute Hygiene, geeignetes Futter und ggf. ein tierärztlich empfohlenes Augenreinigungsprodukt reichen häufig aus.

Weiterlesen und Quellen

Vertiefende Infos und praktische Produkttipps finden Sie z. B. in den Pflegeartikeln verschiedener Anbieter wie Pawlies oder Pflegeanleitungen von Herstellern tierärztlicher Produkte. Bei medizinischen Fragen ist Ihre Tierarztpraxis die beste Anlaufstelle.

Kurz zusammengefasst: Sanft, regelmäßig und mit tierärztlicher Abklärung vorgehen. So lassen sich Tränenflecken beim Hund am effektivsten entfernen und langfristig reduzieren.

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