Tränenflecken beim Hund entfernen: Bewährte Hausmittel, Anleitung und Vorbeugung
Tränenflecken bei weißen oder hellen Hunden sehen unschön aus und bereiten vielen Hundebesitzern Sorgen. Dieser Artikel erklärt, wie Sie Tränenflecken beim Hund entfernen können – sicher, wirkungsvoll und mit einfachen Hausmitteln, die die Augen nicht reizen.
Was sind Tränenflecken und warum entstehen sie?
Tränenflecken (medizinisch: nyktal bzw. durch Porphyrin-Verfärbungen) sind rötlich-braune Verfärbungen im Fell unter den Augen. Sie entstehen meist, weil Tränenflüssigkeit und augennahe Sekrete Pigmente (Porphyrine) und Bakterien enthalten, die beim Trocknen Farbe ins Fell ablagern. Häufige Ursachen sind:
- übermäßiger Tränenfluss (Epiphora) durch verengte Augenlider, nach innen wachsende Wimpern, Haarreizungen oder verstopfte Tränenkanäle
- chronische Bindehaut- oder Augeninfektionen
- allergien oder Reizungen (Futter, Umwelt)
- Rassetypische Anatomie (z. B. Malteser, Shih Tzu, Pudel mit heller Fellfarbe)
- mangelnde Hygiene der Augenpartie
Sichere Hausmittel: Was wirklich hilft
Viele Hausmittel werden empfohlen – nicht alle sind sicher oder dauerhaft wirksam. Die folgenden Methoden gelten als schonend und nützlich, wenn die Ursache nicht medizinisch ist:
1) Sterile Kochsalzlösung (physiologische Lösung)
- Anwendung: Mit einer sterilen Kompresse oder einem weichen Tuch die Augen vorsichtig von innen nach außen abwischen. Für hartnäckige Ablagerungen können Sie die Kompresse vorher mit lauwarmer Kochsalzlösung befeuchten.
- Vorteil: Spült Schmutz und Bakterien ohne Reizung. Gut verträglich und jederzeit wiederholbar.
2) Schwarzer Tee (abgekühlt) – Kompressen
- Anwendung: 1–2 Teebeutel schwarzen Tee (ohne Geschmack) 5–10 Minuten ziehen lassen, abkühlen, dann als Kompresse für 2–5 Minuten auf die betroffene Stelle legen und vorsichtig abwischen.
- Wirkung: Tannine können leicht entfettend wirken und die Ablagerungen lösen. Kurzzeitige kosmetische Aufhellung möglich.
- Warnung: Nur äußerlich anwenden, nicht in Auge reiben; bei Hautirritationen abbrechen.
3) Warme Kompressen
- Anwendung: Warmes (nicht heißes) feuchtes Tuch 1–2 Minuten auflegen, um verkrustete Sekrete zu erweichen, dann mit einer sauberen Kompresse abwischen.
- Vorteil: Schonendes Lösen von Schmutz ohne Chemikalien.
4) Spezielle, pH‑neutrale Hundewipes oder Gesichtsreiniger für Hunde
- Anwendung: Wählen Sie Produkte, die als augenfreundlich und pH‑neutral gekennzeichnet sind. Regelmäßig sanft die Augenpartie reinigen.
- Vorteil: Formulierungen sind für empfindliche Haut gedacht und vermeiden Reizungen.
Worauf Sie verzichten sollten
- Bleichmittel, Wasserstoffperoxid, Backpulver (Natriumbikarbonat) oder Menschen-Zahnpasta: Diese Substanzen können Haut und Augen stark reizen oder schädigen.
- Alkoholhaltige Reiniger oder aggressive Haushaltsreiniger: Nicht am Hund anwenden.
- Zu häufiges Scheuern: Vermeiden Sie Reibung, die die Haut irritiert und die Verfärbung verschlimmern kann.
So reinigen Sie Tränenflecken Schritt für Schritt
- Hände waschen und alle verwendeten Tücher oder Kompressen vorbereiten (sauber, weich).
- Bei trockenen Krusten: zunächst mit einer warmen Kompresse 1–2 Minuten einweichen.
- Dann mit frischer Kochsalzlösung und einer weichen Kompresse von innen nach außen wischen. Pro Auge ein neues Tuch benutzen.
- Bei hartnäckigen Ablagerungen einen abgekühlten Schwarztee-Kompress versuchen: kurz auflegen, dann sanft abwischen.
- Zum Schluss die Haut trockentupfen und ggf. die umgebenden Haare vorsichtig trimmen, damit die Augenpartie trocken bleibt.
Prävention: Wie Sie Tränenflecken dauerhaft reduzieren
- Regelmäßige Augenhygiene: Täglich oder mehrmals wöchentlich die Augenpartie reinigen, besonders bei hellen Hunden.
- Haarschnitt: Haare um die Augen kurz halten, sodass keine Reizung oder Feuchtigkeitsansammlung entsteht.
- Wasser- und Futtermittel: Testen Sie gefiltertes Wasser oder unterscheiden Sie, ob bestimmte Futtermittel Allergien auslösen.
- Sauberkeit: Näpfe und Wasserschalen regelmäßig reinigen, um Bakterienansammlungen zu vermeiden.
- Gesundheit überwachen: Regelmäßige Tierarztkontrollen helfen, zugrundeliegende Ursachen wie Tränenwegsverengung, Zahnprobleme oder Allergien zu erkennen.
Wann zum Tierarzt?
Suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:
- starker, anhaltender Tränenfluss oder einseitiges Tränen
- eitriger Ausfluss, starke Rötung, Schwellung oder Augenschmerzen
- Veränderung des Sehvermögens oder häufiges Blinzeln
- Tränenflecken trotz richtiger Pflege und Hausmitteln immer wiederkehren
Der Tierarzt kann die Ursache diagnostizieren (z. B. verstopfte Tränenkanäle, Bindehautentzündung, Fremdkörper oder anatomische Probleme) und ggf. medizinische Behandlungen oder professionelle Reinigung empfehlen.
Zusätzliche Hinweise und Mythen
Viele Hundehalter berichten von Erfolgen mit Nahrungsergänzungen oder Probiotika – die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch begrenzt. Änderungen im Futter können bei allergiebedingten Fällen helfen, sollten aber immer mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Mythos: „Destilliertes Wasser beendet Tränenflecken“ — Manche Besitzer sehen Verbesserung durch Wechsel zu gefiltertem oder destilliertem Wasser (weniger Mineralien), belastbare Studien dazu fehlen aber.
Fazit
Tränenflecken beim Hund entfernen lässt sich oft mit sanften, sicheren Hausmitteln wie Kochsalzlösung, warmen Kompressen oder abgekühlten Schwarztee‑Kompressen erfolgreich angehen. Entscheidend ist, die empfindliche Augenpartie nicht zu reizen und bei anhaltenden oder stark entzündlichen Symptomen den Tierarzt aufzusuchen. Regelmäßige Pflege, saubere Näpfe, eine gepflegte Fellpartie und medizinische Abklärung bei Bedarf reduzieren das Wiederauftreten und schützen die Augen Ihres Hundes.
Weiterführende Informationen (englisch): VCA Hospitals – Epiphora in Dogs, RSPCA – Eye problems in dogs.
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