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Wenn die Ellbogen rau werden: Was Sie gegen Liegeschwielen beim Hund tun können

Lukas Fuchs vor 2 Wochen Hunde Pflege und Hygiene 3 Min. Lesezeit

Liegeschwielen beim Hund sind häufig — und oft harmlos. Trotzdem sollten Halter wissen, wie man sie erkennt, richtig versorgt und wirksam vorbeugt, damit aus einer Schutzschicht keine schmerzhafte Entzündung wird.

Was sind Liegeschwielen?

Liegeschwielen (auch: Schwielen oder Druckstellen) sind gut abgegrenzte, oft haarlose und verdickte Hautstellen, die typischerweise dort entstehen, wo Hunde wiederholt Druck auf harten Untergründen ausüben: Ellbogen, Sprunggelenke, Fersen oder Brustkorb. Sie entstehen als Schutzreaktion der Haut gegen dauerhaftes Reiben und Druck.

Ursachen auf einen Blick

  • Harter Untergrund (Fliesen, Beton, Laminat)
  • Lange Liegezeiten, mangelnde Bewegung
  • Übergewicht — höherer Druck auf Gelenkvorwölbungen
  • Alter und fehlendes Unterhautfett/Haarausfall
  • Anatomische Faktoren wie prominente Knochenpunkte oder Ellenbogenfehlstellungen (z. B. Ellenbogendysplasie)
  • Fehlende oder ungeeignete Liegeunterlagen

Typische Symptome

  • Haarverlust an der Druckstelle
  • Verdickte, schuppige Haut; rissig oder schwarz verfärbt
  • Bildung von rauen, harter Knubbeln (Callus)
  • Bei Entzündung: Rötung, Schwellung, Schmerz, nässende Wunde
  • Mögliche Lahmheit, wenn tiefere Strukturen betroffen sind

Wann reicht es, abzuwarten — und wann zum Tierarzt?

Viele Liegeschwielen sind rein kosmetisch und schränken den Hund nicht ein. Eine tierärztliche Untersuchung ist ratsam, wenn:

  • Die Stelle schmerzt oder der Hund zeigt Unbehagen
  • Blutungen, nässende oder ulzerierte Stellen auftreten
  • Schwellungen, gerötete Haut oder übler Geruch — Hinweise auf Infektion
  • Die Läsionen rasch wachsen oder wiederholte Probleme auftreten

Der Tierarzt kann abklären, ob eine bakterielle Infektion, tiefergehende Gewebeschädigung oder eine Gelenkproblematik vorliegt.

Sofortmaßnahmen zuhause

  • Sauber halten: Verschmutzte Stellen mit lauwarmem Wasser bzw. physiologischer Kochsalzlösung (Sterilsalzlösung) reinigen.
  • Keine scharfen Desinfektionsmittel wie reinen Alkohol oder Wasserstoffperoxid auf offene Wunden verwenden — sie schädigen das Gewebe.
  • Bei offenen Wunden: leichte kompressive sterile Wundauflage anlegen und den Tierarzt aufsuchen.
  • Verhindern, dass der Hund die Stelle ableckt — ggf. Halskragen oder Schutzmanschette nutzen.

Behandlungsoptionen

Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad:

  • Konservative Pflege: Pflegende, für Hunde geeignete Salben und Barriereschutz (z. B. lanolinhaltige Produkte oder spezielle Liegeschwielen-Salben aus dem Fachhandel). Diese halten die Haut geschmeidig und mindern Rissigkeit.
  • Bandagen & Polster: Spezielle Ellenbogen-Bandagen oder Polsterauflagen reduzieren Druck auf betroffene Stellen und unterstützen die Heilung.
  • Wundversorgung: Bei offenen, entzündeten Stellen erfolgt meist Reinigung, ggf. lokale antiseptische Behandlung (chlorhexidinhaltig) und sterile Verbandversorgung.
  • Antibiotika: Nur bei bakterieller Infektion verschreibt der Tierarzt orale oder lokale Antibiotika.
  • Chirurgische Maßnahmen: In seltenen, schweren Fällen mit tiefen Defekten oder chronischen, nicht heilenden Wunden sind operative Maßnahmen denkbar (Debridement, Ersatzhaut etc.).

Hausmittel — was hilft wirklich und was sollte man vermeiden?

  • Hilfreich: Weiche, fetthaltige Pflegesalben, Bienenwachs- oder Lanolin-haltige Präparate, die für Hunde formuliert sind.
  • Vorsicht: Produkte mit Zinkoxid, bestimmten ätherischen Ölen oder stark alkoholische Mittel können für Hunde schädlich sein oder beim Ablecken toxisch wirken — verwenden Sie nur hundeverträgliche Präparate.
  • Kein Auskratzen oder Abschneiden von Verhornungen ohne tierärztliche Anleitung.

Vorbeugung — dauerhaft Druck reduzieren

  • Geeignete Liegeflächen: Weiche, rutschfeste Hundebetten mit ausreichender Polsterung; orthopädische Matten bei älteren oder großen Hunden.
  • Bodenbelag: Anti-Rutsch-Matten oder Teppiche an Lieblingsplätzen auf glattem Boden.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht reduzieren, um Druck auf Gelenkpunkte zu verringern.
  • Regelmäßige Bewegung und Positionswechsel fördern, damit der Hund nicht dauerhaft auf einer Stelle liegt.
  • Bei anatomischen Problemen: Beratung durch Tierarzt oder Tierphysiotherapie, ggf. Einsatz von Polstern oder Bandagen.

Produkte & Hilfsmittel

Im Handel gibt es spezielle Salben, Polster und Bandagen gegen Liegeschwielen. Beispiele finden sich bei Fachshops und Tierärzten (z. B. informative Artikel zu Pflege und Bandagen unter lila-loves-it oder Hersteller- und Fachbeiträgen wie auf Pfaff Tierorthopädie und dem zooplus Magazin).

Besonderheiten bei älteren oder kurzhaarigen Hunden

Ältere Hunde haben weniger Weichgewebe unter der Haut und sind daher anfälliger für Liegeschwielen. Kurzhaarige, schwerfellige oder muskulöse Rassen zeigen häufiger sichtbare Schwielen. Hier ist besonders auf gepolsterte Schlafplätze und regelmäßige Kontrolle zu achten.

Fazit

Liegeschwielen beim Hund sind meist gut behandelbar: die richtige Kombination aus Druckentlastung, geeigneter Pflege und, falls nötig, tierärztlicher Behandlung führt in den meisten Fällen zur Besserung. Wichtig ist, entzündliche oder schmerzhafte Veränderungen frühzeitig zu erkennen und nicht mit ungeeigneten Hausmitteln zu experimentieren. Bei Unsicherheit oder Anzeichen einer Infektion suchen Sie Ihren Tierarzt auf — so vermeiden Sie Komplikationen und sorgen dafür, dass Ihr Hund wieder bequem liegen kann.

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