Wenn’s am Po zwickt: Analdrüsen beim Hund entleeren — sicher, sinnvoll, wenn nötig
Analdrüsen beim Hund bereiten vielen Haltern Sorgen: Geruch, „Rutschen“ und Entzündungen sind unangenehm. Dieser Artikel erklärt, wie Analdrüsen funktionieren, wann sie entleert werden müssen, wie Tierärzte vorgehen — und was Sie als Halter sicher selbst tun (und besser lassen) sollten.
Analdrüsen (auch Analbeutel oder Analständer genannt) liegen beidseits des Afterkanals und produzieren eine ölige, stark riechende Flüssigkeit. Normalerweise wird diese Flüssigkeit beim Kotabsatz mitabgegeben. Manchmal jedoch sind die Drüsen verstopft oder entzündet und müssen entleert werden. Im Folgenden finden Sie verständliche Informationen, präventive Maßnahmen und sichere Handlungsempfehlungen für Besitzer.
Wie entstehen Probleme mit den Analdrüsen?
Typische Ursachen für volle oder verstopfte Analdrüsen sind:
- weicher oder häufiger Durchfall (kein mechanischer Druck beim Kotabsatz)
- Fettleibigkeit und mangelnde Bewegung
- Narrowed Ductus oder anatomische Anlagen
- Infektionen, Fremdkörper oder Tumoren
- Allergien und Hautprobleme, die das Lecken und Reiben fördern
Symptome: Woran erkenne ich, dass die Analdrüsen voll sind?
- „Po-Rutschen“ über den Boden (scooting)
- häufiges Lecken am After
- starker, fischiger Geruch
- sichtbare Schwellung neben dem After
- Schmerzen beim Sitzen oder Kotabsatz, evtl. Blut oder Eiter im Bereich
Bei starken Schmerzen, Fieber, deutlicher Schwellung oder wenn eine Drüse aufplatzt → sofort zum Tierarzt: das könnte eine Analbeutelabszedierung sein.
Tierärztliches Vorgehen — sicher und professionell
In der Praxis werden Analdrüsen in der Regel so ausgedrückt, dass Tierärzte oder erfahrene Helfer die Inhaltsstoffe beurteilen können. Häufige Schritte:
- Untersuchung und ggf. Analgetika/Sedation bei Schmerzen
- Druckausübung von außen oder innerlich mit Handschuh und Gleitmittel
- spätere Reinigung, Desinfektion und evtl. Gabe von Antibiotika bei Infektion
- bei wiederkehrenden Problemen: Untersuchung auf Ursachen, Umstellung der Ernährung oder chirurgische Entfernung (Analbeutelextirpation) als letzte Option
Der Vorteil der tierärztlichen Behandlung: sichere Beurteilung (Farbe, Konsistenz, Eiter), Sterilität und fachgerechte Nachsorge.
Kann ich die Analdrüsen meines Hundes selbst entleeren?
Viele Tierärzte raten davon ab, dass Laien regelmäßig selbst die Analdrüsen ausdrücken. Risiken sind:
- Verletzung des Afterbereichs und der Schleimhaut
- Einbringen von Keimen und dadurch Entzündung/Abszeß
- Unvollständige Entleerung oder Verdrängung der Drüseninhalte
Wenn Sie dennoch nach professioneller Anleitung und mit ruhigem, kooperierendem Hund handeln möchten, hier eine sichere, stark vereinfachte Anleitung — nur für den Notfall oder wenn Ihr Tierarzt das ausdrücklich gezeigt hat:
Benötigte Materialien
- Einweg-Handschuhe (langärmlig), sterile Kompressen
- Gleitgel (wasserbasiert) oder sterile Vaseline
- saubere Handtücher, ggf. eine zweite Person zur Fixierung
- Desinfektionsmittel, Müllbeutel
Schritt-für-Schritt (nur nach Einweisung durch Vet)
- Beruhigen Sie den Hund; lassen Sie ihn stehen oder legen Sie ihn auf die Seite. Fixation durch zweite Person.
- Schutz anziehen: Handschuhe. Halten Sie alles griffbereit.
- Untersuchen Sie den After auf Schwellungen, Rötung oder offene Stellen. Bei starken Beschwerden abbrechen und Tierarzt aufsuchen.
- Äußeres Ausdrücken (sanft): Legen Sie Daumen und Zeigefinger beidseitig neben dem After außen an und üben Sie sanften Druck nach innen und vorn aus. Ziel ist eine kleine Entleerung — kein wildes Ausdrücken.
- Inneres Ausdrücken (risikoreicher): Mit gefettetem Finger vorsichtig in den After einführen und die Drüsenwand sanft zusammendrücken. Nur wenn Sie geschult sind.
- Reinigen Sie Haut und evtl. Austritt mit sterilem Tuch. Entsorgen Sie kontaminiertes Material.
- Beobachten: gerötete Stellen, Blut oder Eiter sind Alarmzeichen → Tierarzt.
Nochmals: Das interne Ausdrücken birgt höhere Risiken und sollte nur unter Anleitung erfolgen.
Vorbeugung: So reduzieren Sie das Risiko
- Optimale Ernährung: ballaststoffreiches Futter sorgt für festen Kot. Flohsamenschalen können helfen.
- Gewichtskontrolle und ausreichend Bewegung
- regelmäßige Kontrolle des Afters beim Fellpflege-Termin
- bei chronischen Problemen: tierärztliche Abklärung (Allergien, Anatomie)
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Bei wiederkehrenden, schweren Entzündungen oder chronischen Problemen kann die Entfernung der Analbeutel (Analbeutelextirpation) erwogen werden. Das ist eine irreversible Maßnahme und wird nur nach sorgfältiger Abwägung durchgeführt, da Risiken wie Inkontinenz selten, aber möglich sind.
Weiterführende Links und Quellen
- Fressnapf: Analdrüse beim Hund — Symptome & Behandlung
- Erste Hilfe beim Hund: Analbeutel ausdrücken
- Vetura: Verstopfte Analdrüsen beim Hund — Ursachen & Hausmittel
Kurze FAQ
Wie oft müssen Analdrüsen entleert werden?
Nur bei Bedarf. Prophylaktisches, regelmäßiges Ausdrücken durch Laien wird nicht empfohlen.
Riecht es normal, wenn die Drüsen leer sind?
Die Flüssigkeit riecht stark, das ist normal. Starker Schmerz, Blut oder Eiter sind nicht normal.
Was tun bei aufgeplatzter Drüse?
Sofort Tierarzt aufsuchen — es handelt sich meist um eine schmerzhafte Infektion mit Abszessbildung.
Fassen Sie zusammen: Analdrüsen beim Hund entleeren kann notwendig sein, sollte aber mit Vorsicht und möglichst durch einen Profi erfolgen. Prävention (Ernährung, Gewicht) reduziert Probleme dauerhaft. Bei Unsicherheit oder Schmerzen immer den Tierarzt konsultieren.
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