Wie ist der Charakter des Bernhardiners? Sanfter Riese, Familienfreund und Gelassenheits-Profi
Der Bernhardiner gehört zu den auffälligsten Hunderassen – groß, imponierend und doch oft überraschend sanft. In diesem Artikel erfahren Sie, wie ist der Charakter des Bernhardiners wirklich: Temperament, Umgang mit Kindern und Fremden, Erziehungsanforderungen und praktische Tipps für Halter.
Kurzüberblick: Typische Charaktermerkmale
Wenn Sie sich fragen „wie ist der Charakter des Bernhardiners?“, lautet die Kurzantwort: ausgeglichen, gutmütig und familienorientiert. Typische Eigenschaften im Überblick:
- Sanftmütig und geduldig – besonders gegenüber Kindern
- Ruhig und gelassen, nicht übermäßig nervös
- Treue und Bindungsbereitschaft an die Familie
- Wachsam, aber selten aggressiv
- Stur-Einschläge möglich: braucht konsequente, aber liebevolle Führung
Wesen und Temperament: Was macht den Bernhardiner aus?
Der Bernhardiner wird oft als "sanfter Riese" bezeichnet. Sein Temperament ist geprägt von großer Gelassenheit: Er lässt sich nicht leicht aus der Ruhe bringen und wirkt oft schwer beeindruckbar. Diese Ruhe kombiniert mit einer starken Sozialbindung macht ihn zu einem idealen Familienhund — vorausgesetzt, man kann seine Größe und Bedürfnisse managen.
Wichtig zu wissen: Bernhardiner sind keine "Arbeitsbienen" im Sinne ständiger Aktivitätsbereitschaft. Sie zeigen Freude an gemeinsamen Aktivitäten, sind aber nicht übermäßig energiegeladen. Langsame, regelmäßige Bewegung und geistige Beschäftigung reichen vielen Bernhardinern aus.
Sozialverhalten: Familie, Kinder und Fremde
Bernhardiner gelten als besonders kinderfreundlich. Durch ihre ruhige Art und hohe Toleranz gegenüber ungestümen Spielen sind sie gute Spielgefährten. Trotzdem ist wegen der Größe immer Aufsicht ratsam — ein unabsichtliches Umstoßen kann passieren.
- Mit der Familie: sehr loyal, möchte dazugehören und ist gerne in der Nähe
- Mit Kindern: geduldig und beschützerisch, eignet sich gut für Familien
- Mit Fremden: freundlich bis reserviert; selten aggressiv, aber wachsam
- Mit anderen Hunden: meist sozial, kann bei nicht ausreichender Sozialisierung Dominanz zeigen
Intelligenz, Lernverhalten und Erziehung
Bernhardiner sind intelligent, aber nicht immer übermäßig faul — sie arbeiten gern, wenn der Sinn für sie erkennbar ist. Ihre Lernbereitschaft ist vorhanden, doch sie reagieren am besten auf ruhige, konsequente und positive Erziehungsmethoden. Harte Korrekturen sind kontraproduktiv; stattdessen funktionieren Lob, Belohnungen und klare Regeln.
Tipps für die Erziehung:
- Frühe Sozialisation: spielerische Kontakte mit Menschen, Kindern und anderen Hunden
- Konsequenz: Regeln durch das ganze Rudel einhalten
- Positive Bestärkung: Leckerlis, Lob, ruhige Stimme
- Grundgehorsam trainieren: Sitz, Platz, Rückruf — wichtig wegen Größe
Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf
Trotz ihres imposanten Erscheinungsbilds haben Bernhardiner keinen extrem hohen Bewegungsdrang. Dennoch benötigen sie tägliche Spaziergänge (mind. 1–2 Stunden verteilt), mentale Auslastung und Gelegenheit zum freien Schnüffeln. Für junge Bernhardiner gilt: keine übermäßige Belastung der Gelenke, daher gestaffelte Aktivitäten sinnvoll.
Einfluss von Gesundheit und Zucht auf den Charakter
Gesundheitliche Probleme (z. B. Hüftdysplasie, Herz- oder Gelenkerkrankungen) können das Verhalten beeinflussen: schmerzbedingte Reizbarkeit oder geringere Aktivität sind möglich. Seriöse Züchter achten nicht nur auf Aussehen, sondern auch auf Temperament-Tests und gesundheitliche Vorsorge — das wirkt sich positiv auf den späteren Charakter des Hundes aus.
Mythen und Fakten
Mythos: Bernhardiner tragen ein kleines Fass mit Brandy. Fakt: Das Bild entstammt historischen Darstellungen; es gibt keine Belege dafür, dass die Hunde tatsächlich Alkohol trugen. Mythen über Aggressivität sind ebenfalls unbegründet — Bernhardiner gelten in modernen Rassebeschreibungen fast durchweg als gutmütig.
Für wen ist der Bernhardiner geeignet?
Der Bernhardiner passt gut zu Familien, die:
- Genug Platz haben (kein winziger Stadtwohnung-Hund)
- Mit der Größe und dem Gewicht umgehen können
- Zeit für Pflege (Fellpflege, Gesundheitschecks) und regelmäßige, aber nicht übermäßige Bewegung mitbringen
- Geduld für konsequente, aber liebevolle Erziehung besitzen
Weniger geeignet ist der Bernhardiner für Menschen, die sehr aktiv, sportlich orientiert sind und einen Hund für stundenlange Läufe oder Hundesport auf Spitzenniveau suchen.
Praktische Tipps für Halter
- Früh mit Sozialisation und Grundgehorsam beginnen
- Auf Gesundheit achten: regelmäßige Tierarztkontrollen, Hüft- und Herzchecks
- Fellpflege: je nach Felltyp regelmäßiges Bürsten (alle paar Tage) und gelegentliches Baden
- Rücksicht bei Hitze: schwere Hunde mit dicker Unterwolle leiden eher im Sommer
- Räumliche Planung: ausreichend Platz zum Liegen und Aufstehen ohne Hindernisse
Fazit: Wie ist der Charakter des Bernhardiners?
Der Bernhardiner ist ein ruhiger, gutmütiger und familienbezogener Hund — ein echter "sanfter Riese". Er eignet sich besonders für Menschen, die einen gelassenen, loyalen Begleiter suchen und mit seiner Größe umgehen können. Mit früher Sozialisation, konsequenter, positiver Erziehung und angemessener Pflege entwickelt sich der Bernhardiner zu einem verlässlichen und liebevollen Familienmitglied.
Weiterführende Informationen finden Sie bei Rasseportraits und Züchterverbänden, z. B. beim VDH (https://www.vdh.de) oder in anerkannten Rassebeschreibungen wie auf ZooRoyal (https://www.zooroyal.de/magazin/hunde/hunderassen/bernhardiner/) und Purina (https://www.purina.de/wahl-eines-haustieres/hunderassen/bernhardiner).