Tauhalsband selbst machen: Anleitung, Materialien und Profi‑Tipps für ein sicheres DIY‑Hundehalsband
Ein Tauhalsband selber zu machen ist eine tolle Möglichkeit, ein individuelles, robustes und pflegeleichtes Halsband für deinen Hund zu gestalten. In dieser Anleitung zeige ich dir passende Materialien, drei praxistaugliche Varianten und wichtige Sicherheits‑ und Pflegehinweise.
Warum ein Tauhalsband selbst machen?
Tauhalsbänder (aus PPM‑ oder Polypropylen‑Tau) sind wetterfest, farbenfroh und sehr reißfest. Selbstgemacht sparst du Geld, kannst Farben und Breite wählen und das Halsband genau an die Größe deines Hundes anpassen. Außerdem lassen sich dekorative Knoten oder Takelungen hinzufügen, die ein gekauftes Modell oft nicht bietet.
Materialien & Werkzeuge (Übersicht)
- Tau / PPM‑Seil: Durchmesser 6–12 mm, je nach Hund (kleinere Hunde 6–8 mm, mittelgroße 8 mm, große Hunde 10–12 mm).
- Takelmaterial / Microcord: dünne Schnur zum Vernähen/Whippen (ca. 0,5–1 mm).
- Beschläge: O‑Ring, Karabiner oder Wirbel; optional Biothane®‑Verschluss oder Steckschließe.
- Werkzeuge: Maßband, scharfe Schere, Feuerzeug oder Heißluftpistole, Nadeln, ggf. Nadelheber (Fid), Sekundenkleber oder Heißkleber.
Vorbereitung: Richtig messen
Miss den Halsumfang deines Hundes an der Stelle, wo das Halsband sitzen soll. Zieh zwei Finger zwischen Hals und Maßband, damit das Halsband später bequem sitzt. Für ein festes Halsband rechnest du:
- Halsumfang + 2–3 cm (bequeme Passform)
- Bei verstellbaren oder zweireihigen Modellen: Halsumfang + 4–6 cm
Notiere die gemessene Länge — das ist die Referenz für die Tau‑Länge, die du zuschneiden musst (bei manchen Techniken benötigst du mehr Tau wegen Knoten oder Splices).
Drei praxiserprobte Varianten
1) Einfaches, festes Tauhalsband (gespleißte/vernähte Enden)
Geeignet für Hunde, bei denen keine Verstellbarkeit nötig ist.
- Schneide das Tau in der benötigten Länge (Halsumfang + Reserve für Enden, ca. 4–6 cm extra).
- Führe die Enden durch den O‑Ring bzw. die Beschläge und lege das Halsband in der richtigen Größe rund.
- Whippe oder vernähe die Enden: Umwickle die Stelle mit Microcord, fixe mit Sekundenkleber und verschweiße leicht mit dem Feuerzeug (bei PPM vorsichtig, nicht verbrennen).
- Alternative: Einen kurzen Rückenstich mit Nadel & starker Nähgarn durchführen und zusätzlich mit Takelwachs befestigen.
Vorteile: sehr stabil, sauberer Look. Nachteil: nicht verstellbar.
2) Verstellbares Halsband (Schiebeknoten / Martingal‑ähnlich)
Ideal, wenn mehrere Hunde die gleiche Leine/Collar nutzen oder du Wachstum ausgleichen möchtest.
- Lege das Tau doppelt; fädle ein Schiebesystem (z. B. ein kleiner Ring und zwei Schiebeknoten) ein.
- Bilde an einem Ende eine Schlaufe (für den O‑Ring), am anderen Ende den Karabiner oder die Leinenbefestigung.
- Bilde Schiebeknoten (z. B. verstellbare Stopperknoten) so, dass das Halsband sich in der Öffnung vergrößern oder verkleinern lässt.
Wichtig: Schiebeknoten müssen widerstandsfähig sein und sich nicht unbeabsichtigt lösen; teste sie vor Gebrauch mit kräftigem Zug.
3) Doppelt gearbeiteter Look / dekoratives Halsband
Für mehr Breite oder Muster kannst du zwei Tau‑Stränge parallel flechten oder takeln.
- Arbeite mit zwei Strängen gleicher Länge, verbinde die Enden mit einem zusammengepressten Überwurf oder einer Takelung.
- Diese Variante ist besonders bequem für große Hunde, da die Last besser verteilt wird.
Sicherheits- und Qualitätschecks
- Bruchlast prüfen: Wähle Tau mit ausreichender Bruchlast (Herstellerangaben beachten). Als grobe Faustregel sollte die Bruchlast deutlich höher als das Körpergewicht deines Hundes sein.
- Festigkeitstest: Ziehe kräftig am fertigen Halsband, prüfe Knoten und Takelungen.
- Keine scharfen Kanten: Beschläge sollten abgerundet und rostfrei sein (Edelstahl empfohlen).
- Vermeide Würgehalsbänder: Nutze Martingale‑Bauweise nur korrekt, damit keine gefährliche Einengung entsteht.
Pflege & Haltbarkeit
- Waschen: Tau ist meist waschbar (Handwäsche oder 30 °C im Schonwaschgang). Aufs Trocknen an der Luft achten, keine hohe Hitze.
- UV & Abrieb: PPM ist UV‑beständig, kann aber mit der Zeit ausbleichen. Regelmäßig auf Ausfransen prüfen.
- Reparatur: Kleine Schäden kannst du mit Takelmaterial übernähen; bei schweren Schäden das Halsband ersetzen.
Tipps für ein gutes Ergebnis
- Arbeite sauber: Saubere Schnitte und ordentlich verschlossene Enden = längere Lebensdauer.
- Prototyp aus günstiger Schnur machen: Erst testen, bevor du dein hochwertiges Tau zuschneidest.
- Verwende passende Breite zum Hund: Breitere Tau‑Durchmesser verteilen Druck besser bei großen Hunden.
Weiterführende Tutorials & Inspiration
Wenn du lieber visuell arbeitest, findest du viele Video‑Anleitungen (z. B. "DIY Tauhalsband" auf YouTube) mit Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen. Suchbegriffe: "Tauhalsband selber machen", "Tauleine DIY", "PPM Seil Hundehalsband". Ein Beispielvideo: DIY Tauhalsband - YouTube.
Häufige Fragen (Kurz)
Welches Tau ist am besten? PPM/Polypropylen ist leicht, wasserfest und reißfest – eine gute Wahl für die meisten Hunde.
Wie dick sollte das Tau sein? Klein (6–8 mm), mittel (8 mm), groß (10–12 mm).
Kann ich ein Tauhalsband waschen? Ja, Handwäsche oder Schonwaschgang; an der Luft trocknen.
Fazit
Ein Tauhalsband selbst zu machen ist unkompliziert, preiswert und erlaubt viel Gestaltungsfreiheit. Wichtig sind richtiges Messen, stabile Beschläge und saubere Verarbeitung. Wenn du die oben beschriebenen Schritte befolgst und Sicherheitstests durchführst, erhältst du ein langlebiges und hübsches Halsband, das deinen Hund sicher begleitet.
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