Fettarme Leckerlis bei Pankreatitis: Sicher selber machen für deinen Hund
Wenn dein Hund an Pankreatitis leidet, sind die richtigen Snacks entscheidend: zu fettreich oder schwer verdaulich können Rückfälle auslösen. In diesem Artikel erfährst du, wie du fettarme Leckerlies selber machen kannst — schonend, schmackhaft und tierärztlich sinnvoll.
Warum selbstgemachte Leckerlis bei Pankreatitis sinnvoll sind
Bei einer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) ist die Ernährung eines der wichtigsten Steuerungsinstrumente. Viele fertige Hundesnacks enthalten zu viel Fett, Zusatzstoffe oder Gewürze, die die Bauchspeicheldrüse reizen können. Leckerlies selber machen erlaubt dir, Zutaten, Fettgehalt und Konsistenz zu kontrollieren. Dabei gilt: möglichst fettarm, gut verträglich und in kleinen Portionen anbieten.
Grundregeln: Was du beachten musst
- Fettgehalt so niedrig wie möglich: Vermeide fettreiche Fleischsorten, Öle, Butter, Nüsse, fettreiche Milchprodukte und Innereien.
- Leichte Proteine: Verwende mageres Geflügel (Pute, Hähnchenbrust ohne Haut), mageren Fisch (z. B. Seelachs) oder Eiweiß in Maßen.
- Schonende Zubereitung: Kochen, dämpfen, backen bei niedriger Temperatur oder schonendes Dörren sind vorzuziehen – vermeiden von starkem Braten.
- Keine reizenden Gewürze: Verzichte auf Zwiebeln, Knoblauch, Chili, große Mengen Kurkuma oder andere potentielle Reizstoffe.
- Kleine Portionen fürs Training: Trainingstreats sollten sehr klein und weich sein, damit der Hund nicht zu viele Kalorien aufnimmt.
- Tierarzt abstimmen: Besprich neue Rezepte mit dem Tierarzt, insbesondere direkt nach einem Schub.
Geeignete Zutaten
- Mageres Geflügelfleisch: Puten- oder Hähnchenbrust (ohne Haut)
- Magerer weißer Fisch (gekocht, entgrätet)
- Kürbis (gekocht, püriert) – ballaststoffreich und gut verträglich
- Gekochter weißer Reis oder Kartoffel als Bindemittel in kleinen Mengen
- Süßkartoffel (gekocht, püriert) in Maßen
- Eiweiß (gekocht) – als Bindemittel, sparsam einsetzen
- Honig nur sehr sparsam und nur wenn vom Tierarzt erlaubt
Ungeeignet sind fettreiche Fleischteile, Wurst, Käse mit hohem Fettanteil, Nüsse, Schokolade, Zwiebeln und Knoblauch.
Praktische Rezepte für fettarme Leckerlies
1) Dörrstreifen: Putenbrust
Ideal als langes, trockenes Leckerli. Sehr fettarm und proteinreich.
- 300 g Putenbrust (ohne Haut)
- Optional: wenig Kürbispüree (1–2 EL) zum Anfeuchten
Zubereitung: Putenbrust in dünne Streifen schneiden, überschüssiges Fett entfernen. Im Backofen bei 80–90 °C (Umluft) oder im Dörrautomaten bei 60–70 °C mehrere Stunden trocken lassen, bis die Streifen zäh-trocken sind. Auskühlen lassen und luftdicht aufbewahren. Haltbarkeit: im Kühlschrank 5–7 Tage, eingefroren mehrere Monate.
2) Weiche Trainings-Happen: Reis-Pute-Kürbis
- 150 g gekochte Putenbrust, fein gehackt
- 100 g gekochter weißer Reis
- 2–3 EL gekochtes Kürbispüree (ohne Gewürze)
- 1 Eiweiß (optional, sorgt für Bindung)
Zubereitung: Alle Zutaten pürieren oder sehr fein hacken, auf ein mit Backpapier belegtes Blech kleine Häufchen setzen oder dünn verstreichen und bei 150 °C 12–18 Minuten backen, bis die Oberfläche fest, aber innen noch weich ist. In kleine Würfel schneiden. Diese Leckerlis sind weich und gut portionierbar fürs Training. Kühlschrank 3–4 Tage, einfrieren möglich.
3) Mini-Muffins: Süßkartoffel-Fisch
- 150 g gekochte, entgrätete weißfleischige Fischfilets (z. B. Seelachs)
- 150 g gegarte, pürierte Süßkartoffel
- 1 Eiweiß
Zubereitung: Alle Zutaten vermischen, in ein Mini-Muffin-Blech füllen und bei 160 °C ca. 15–20 Minuten backen. Abkühlen lassen und in sehr kleine Stücke schneiden. Diese Snacks sind etwas gehaltvoller, also nur in kleinen Mengen geben.
Portionsgrößen und Fettkontrolle
Die Portionsgröße richtet sich nach Körpergewicht, Aktivität und dem aktuellen Ernährungsplan deines Hundes. Grundsätzlich gilt bei Pankreatitis: lieber viele kleine, sehr fettarme Häppchen statt ein paar größere. Wenn du unsicher bist, lass den Tierarzt die Gesamtkalorien und den ungefähren Fettgehalt berechnen. Viele kommerzielle Therapie-Diäten für Pankreatitis liegen bewusst sehr fettarm – orientiere dich daran.
Lagerung und Haltbarkeit
- Frische, weiche Leckerlis: im Kühlschrank 3–5 Tage.
- Gedörrte Streifen: mehrere Wochen bei trockener Lagerung; im Kühlschrank länger frisch.
- Portionieren und einfrieren: Portionen können 2–3 Monate eingefroren werden. Vor dem Füttern auftauen.
Wann musst du aufhören und den Tierarzt kontaktieren?
- Bei Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit oder Schmerzen sofort Leckerlies absetzen und den Tierarzt kontaktieren.
- Bei Unsicherheit über Zutaten (z. B. versteckte Fette in Fertigprodukten) lieber verzichten.
- Neue Zutaten immer schrittweise einführen und 24–48 Stunden beobachten.
Weiterführende Informationen
Mehr Tipps zu schonenden Futterplänen findest du bei spezialisierten Quellen wie LuckyChef oder Hintergrundinfos zu Futterplänen bei Futtermedicus. Auch Erfahrungsberichte und Rezepte findest du beispielsweise bei Pezz.life, aber: Verlasse dich nicht nur auf Foren — die individuelle Beratung durch deinen Tierarzt ist wichtig.
Fazit
Leckerlies selber machen für Hunde mit Pankreatitis ist gut machbar: Mit magerem Geflügel oder Fisch, pflanzlichen Bindemitteln wie Kürbis oder Reis und schonender Zubereitung kannst du schmackhafte, fettarme Belohnungen herstellen. Immer in Absprache mit dem Tierarzt, langsam einführen und bei Auffälligkeiten sofort reagieren. So bleibt dein Hund glücklich — und seine Bauchspeicheldrüse geschont.
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