Labrador Fellfarben: Von Schwarz über Chocolate bis zu Foxred und Silber – Genetik, Sonderfarben und Tipps für Welpenkäufer
Welche Labrador Fellfarben gibt es wirklich – und welche Nuancen sind nur Mode? Dieser praxisnahe Leitfaden erklärt anerkannte Farben, genetische Grundlagen, Sonderformen wie „Silber“ oder „Foxred“ und worauf Sie beim Welpenkauf achten sollten.
Der Labrador gehört zu den beliebtesten Hunderassen weltweit – nicht zuletzt wegen seines freundlichen Wesens und seines pflegeleichten Fells. Wer sich einen Labrador anschaffen möchte, stößt schnell auf viele Begriffe: schwarz, braun, gelb, foxred, silver, charcoal, champagner. Dieser Artikel erklärt klar und fundiert, welche Labrador Fellfarben offiziell anerkannt sind, wie die Vererbung funktioniert und welche Besonderheiten und Risiken mit sogenannten Sonderfarben verbunden sein können.
Die offiziell anerkannten Labrador Fellfarben
Nach den Rasse-Standards (z. B. FCI, DRC) gibt es beim Labrador drei anerkannte Grundfarben:
- Schwarz – klassisch, einfarbig und oft sehr dunkel glänzend.
- Braun/Chocolate – warmes Schokoladenbraun; in Zuchtbüchern häufig als „chocolate“ geführt.
- Gelb – reicht von hellem Creme über Gold bis hin zu dunklerem Fuchsrot (foxred).
Wichtig: Viele Begriffe wie „foxred“ bezeichnen Nuancen innerhalb der gelben Variante – sie sind also keine eigene, genetisch unabhängige Farbe.
Genetische Grundlagen vereinfacht erklärt
Die Labrador Fellfarben lassen sich mit wenigen Genen gut erklären. Kurz gefasst spielen vor allem diese Gene eine Rolle:
- B-Lokus (B/b): Bestimmt Schwarz (B) versus Braun/Chocolate (bb).
- E-Lokus (E/e): Entscheidet, ob die schwarze/braune Pigmentierung sichtbar wird. Bei ee wird das Fell gelb unabhängig vom B-Lokus.
- D-Lokus (Dilute) (D/d): Kann die Farben aufhellen (z. B. aus Chocolate wird „Lilac“/Champagner oder aus Schwarz „Charcoal“/Silber). Dieser Lokus ist oft Ursprung der sogenannten Sonderfarben.
Genetische Tests für diese Loci sind kommerziell verfügbar. Sie geben Auskunft darüber, welche Farben Nachkommen haben können und ob ein Hund Träger bestimmter Gene ist.
Sonderfarben: Silber, Champagner, Charcoal – was steckt dahinter?
Begriffe wie „Silber Labrador“, „Champagner“ oder „Charcoal“ werden oft in Anzeigen verwendet. Genetisch handelt es sich dabei meist um eine Aufhellung durch das Dilute-Gen (d). Die Hauptpunkte dazu:
- Diese Farbvarianten sind in den Rassestandards in der Regel nicht anerkannt und werden von vielen Zuchtverbänden kritisch gesehen.
- Das Dilute-Gen kann mit Haut- und Fellproblemen (z. B. erhöhter Anfälligkeit für Hauterkrankungen, feineren Haaren) assoziiert sein. Seriöse Zuchtverbände warnen daher vor unkontrollierter Zucht auf „exotische“ Farben.
- Manche Züchter melden solche Farben bewusst als „Sonderfarben“ an, andere sehen darin ein Indiz für kommerzielle Zucht, die Farbe über Gesundheit stellt.
Foxred, Fuchsrot und Schattierungen bei Gelb
Bei gelben Labradors reicht die Palette von sehr hellem Creme bis zu tiefem Fuchsrot (foxred). Diese Unterschiede entstehen durch Modifier‑Gene und Umwelteinflüsse (z. B. Sonnenlicht kann das Fell aufhellen). Foxred ist demnach keine eigenständige Grundfarbe, sondern eine Nuance des gelben Labradors.
Farbabweichungen und weiße Abzeichen
Weiße Abzeichen am Brustbereich oder einzelne weiße Haaren kommen häufig vor und sind meist unproblematisch. Kräftige weiße Abzeichen oder ungewöhnliche Muster können allerdings bei Zuchtbewertungen abgewertet werden – informieren Sie sich beim jeweiligen Zuchtverband.
Gesundheit, Ethik und Zucht: Was Käufer wissen sollten
- Gesundheit vor Farbe: Achten Sie beim Welpenkauf mehr auf Gesundheit (HD/ED, Augen, Verhalten) und auf gute Aufzucht als nur auf eine bestimmte Fellfarbe.
- Transparenz des Züchters: Seriöse Züchter legen Eltern- und DNA-Testergebnisse offen und erklären mögliche Risiken bestimmter Genkombinationen.
- Sonderfarben hinterfragen: Wenn ein Züchter stark auf „exotische“ Farben wie Silber oder Champagner setzt, sollten Sie nach Gesundheitsprüfungen und Nachweisen für verantwortungsvolle Zucht fragen.
Praktische Tipps: Wenn Sie eine bestimmte Labrador Fellfarbe wollen
- Fragen Sie nach den Genotypen der Elterntiere (B, E, D). Ein DNA-Test gibt zuverlässige Auskunft.
- Bitten Sie um Fotos der Elterntiere und idealerweise bereits gewachsener Geschwister.
- Lassen Sie sich Gesundheitszeugnisse (HD/ED, Augenuntersuchungen) zeigen – Farbe allein ist kein Qualitätsmerkmal.
- Informieren Sie sich bei anerkannten Vereinen: z. B. Deutscher Retriever Club (DRC), RCD oder Fachartikel zu Farbvererbung wie bei Die Labrador Zucht.
Pflege des Labrador-Fells
Egal welche Labrador Fellfarben Ihr Hund hat: Die Pflege ist vergleichsweise einfach. Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare, gelegentliches Baden mit mildem Hundeshampoo reicht. Bei sehr hellen oder sehr dunklen Farben wirkt intensives Bürsten und Fellpflege kosmetisch besonders sichtbar – das Fell glänzt schneller.
Fazit
Zusammengefasst sind die anerkannten Labrador Fellfarben Schwarz, Braun (Chocolate) und Gelb (mit Nuancen wie Foxred). Sonderfarben wie Silber oder Champagner entstehen meist durch das Dilute-Gen, sind in den Standards meist nicht anerkannt und können mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Beim Welpenkauf gilt: Gesundheit, Charakter und verantwortungsvolle Zucht sind wichtiger als die Farbe des Fells. Wenn Ihnen eine bestimmte Farbe wichtig ist, lassen Sie sich Genotypen und Gesundheitsnachweise zeigen.
Weiterlesen: Detaillierte Informationen zur Genetik und zu Tests finden Sie z. B. bei Genomia oder in den Hinweisen zu Farbabweichungen beim Retriever-Club.
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