Hund Pfote entzündet: Ursachen, Erste Hilfe und Vorbeugung gegen schmerzhafte Pfoten
Eine entzündete Pfote beim Hund ist häufig — aber nie harmlos. In diesem Artikel erfährst du, woran du eine Pfotenentzündung erkennst, welche Ursachen hinter „Pfote entzündet“ stecken können und was du sofort tun solltest, um Schmerzen zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Woran erkenne ich, dass die Pfote meines Hundes entzündet ist?
Typische Anzeichen einer entzündeten Pfote sind:
- Deutliches Lecken, Kauen oder Beißen an einer oder mehreren Pfoten
- Rötung, Schwellung oder Wärme der Pfote
- Nässende Stellen, Krusten, Pusteln oder Eiter
- Verfärbungen im Fell (rostbraune Verfärbung durch Speichel)
- Hinkt der Hund, vermeidet Belastung oder zeigt verändertes Gangbild
- Schmerzreaktionen bei Berührung oder Druck
Medizinisch spricht man bei einer Pfotenentzündung oft von Pododermatitis. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein — von kleinen Fremdkörpern bis zu allergischen Reaktionen oder bakteriellen/pilzlichen Infektionen.
Häufige Ursachen: Warum ist die Pfote entzündet?
- Fremdkörper: Dornen, Glasplitter, Pflanzenreste oder Spliss können in den Ballen oder zwischen die Zehen eindringen.
- Bakterielle oder pilzliche Infektionen: Oft Folge von kleiner Verletzung oder feuchter Umgebung (Nässe, Schweiß, schlechte Belüftung).
- Allergien: Umweltallergene (Pollen, Gräser), Futtermittelallergien oder Kontaktallergien (z. B. auf Streusalz, bestimmte Reinigungsmittel).
- Parasiten: Zecken, Milben oder Läuse können Hautreizungen und Sekundärinfektionen hervorrufen.
- Chronische Erkrankungen: Endokrine Störungen oder Autoimmunerkrankungen können wiederkehrende Pododermatitiden begünstigen.
- Mechanische Reize: Rauhe Oberflächen, zu heißer Asphalt im Sommer oder scharfes Eis im Winter können Ballen verletzen.
Erste Hilfe bei entzündeter Hundepfote — Schritt für Schritt
Wenn du eine entzündete Pfote bemerkst, handle ruhig und sorgfältig:
- Ruhig halten: Bring den Hund an einen ruhigen Ort und beruhige ihn. Beißen oder kräftiges Zerren vermeiden.
- Pfote reinigen: Spüle die Pfote vorsichtig mit lauwarmem Wasser. Bei Schmutz oder klebrigen Stellen kann eine milde Kochsalzlösung (0,9 %) helfen.
- Sichtkontrolle: Schau zwischen die Zehen und unter die Ballen. Entferne sichtbare Fremdkörper mit einer Pinzette — nur wenn du sie gut erkennst und sicher entfernen kannst.
- Trocknen und schützen: Tupfe die Pfote behutsam trocken. Verhindere weiteres Lecken mit einer Halskrause oder einer Socke/Bootie.
- Bei offenen Wunden: Leichte Wundreinigung mit verdünnter Jodlösung (Povidon-Iod) oder chlorhexidinhaltigem Produkt kann sinnvoll sein. Keine starken Desinfektionsmittel ohne Tierarzt-Rücksprache verwenden.
- Tierarzt aufsuchen bei: starkem Schwellungen, eitrigem Ausfluss, starkem Hinken, Fieber oder wenn sich der Zustand innerhalb von 24–48 Stunden nicht bessert.
Behandlung durch den Tierarzt
Der Tierarzt wird die Pfote gründlich untersuchen, ggf. Fremdkörper entfernen und — je nach Ursache — folgende Maßnahmen ergreifen:
- Abstrich und mikrobiologische Untersuchung (um Bakterien oder Pilze zu identifizieren)
- Antibiotika oder Antimykotika (lokal oder systemisch) bei Infektionen
- Entzündungshemmer oder Schmerzmittel zur Linderung
- Operation bei tiefen oder häufigen Abszessen
- Allergietests und Anpassung der Fütterung oder des Umfelds bei Verdacht auf Allergie
Hausmittel: Was hilft wirklich — und was solltest du vermeiden?
Einige sanfte Maßnahmen können unterstützend wirken, ersetzen aber nicht den Tierarzt bei starken Entzündungen:
- Warmes Fußbad mit Kamillentee zur Beruhigung (kurz und lauwarm, trocknen!)
- Reinigen mit Kochsalzlösung oder verdünnter Povidon-Iod-Lösung
- Pfotenbalsam und Schutzsocken zur Wundheilung und Prävention
Das solltest du vermeiden:
- Eigenmächtige Gabe von Humanantibiotika oder -salben ohne Tierarzt
- Starke Alkohol- oder Wasserstoffperoxid-Anwendungen (verzögern Heilung)
- Längeres Nasshalten der Pfote — feuchte Umgebung fördert Infektionen
Vorbeugung: So bleiben Pfoten gesund
- Regelmäßige Kontrolle der Pfoten nach Spaziergängen
- Haare zwischen den Zehen schneiden, um Feuchtigkeitsstau zu vermeiden
- Pfotenpflege mit pflegenden Balsamen (vor allem im Winter / Sommer)
- Schutz bei extremen Bedingungen: Booties im Winter gegen Streusalz und im Sommer gegen heißen Asphalt
- Auf Allergien achten: Bei wiederkehrenden Problemen Tierarzt oder Allergologe hinzuziehen
Wann musst du unbedingt zum Tierarzt?
Sofortige tierärztliche Untersuchung ist notwendig bei:
- Starker Schwellung, Eiterausfluss oder offenen, tiefen Wunden
- Starkem Hinken oder Unfähigkeit, die Pfote zu belasten
- Fieber, Mattigkeit oder Appetitlosigkeit
- Wiederkehrenden oder chronischen Problemen, die trotz Pflege nicht verschwinden
Weiterführende Links und Quellen
Mehr Informationen findest du z. B. bei Tierkliniken und Tierärzten: AniCura, Tierarzt Dr. Busch (Fachartikel). Bei akuten Fällen wende dich unmittelbar an deine Tierarztpraxis oder die nächstgelegene Tierklinik.
Kurzes FAQ
Kann eine entzündete Pfote von selbst heilen?
Leichte oberflächliche Reizungen können unter sachgemäßer Pflege abheilen. Bei Eiter, starker Schwellung oder wiederkehrenden Problemen sollte jedoch ein Tierarzt untersuchen.
Wie lange dauert die Heilung?
Abhängig von Ursache und Behandlung: einfache Verletzungen einige Tage bis zwei Wochen, bakterielle Infektionen oft länger und benötigen medikamentöse Therapie.
Wenn du unsicher bist oder der Zustand deines Hundes sich verschlimmert: zögere nicht, tierärztlichen Rat einzuholen. Schnelles und richtiges Handeln schützt deinen Hund vor Schmerzen und chronischen Problemen.
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