Bernhardiner: Wie alt werden sie wirklich? Lebenserwartung, Risiken und wie Sie sie verlängern können
Viele fragen sich: Bernhardiner – wie alt werden die großen San-Bernardos? Dieser Artikel fasst aktuelle Zahlen, Gesundheitsrisiken und praxisnahe Tipps zusammen, damit Sie realistische Erwartungen für Haltung, Pflege und Vorsorge haben.
Kurzantwort: Die durchschnittliche Lebenserwartung von Bernhardinern liegt bei etwa 8 bis 10 Jahren. Einige Quellen und Zuchtstatistiken zeigen allerdings, dass ein beträchtlicher Anteil früher verstirbt – in bestimmten Erhebungen bis zu 30 % vor dem fünften Lebensjahr und über 50 % vor dem achten Jahr (Martin Rütter).
Wie alt werden Bernhardiner – die Zahlen im Überblick
Große Rassen leben allgemein kürzer als kleine. Für den Bernhardiner geben viele Rasseportraits und Tierarztquellen eine mittlere Lebenserwartung von 8–10 Jahren an (z. B. Hill's Pet, Rasseportraits und Züchterseiten). Einzelne Tiere erreichen 11–12 Jahre oder mehr, doch das ist vergleichsweise selten.
Warum haben Bernhardiner oft eine vergleichsweise kurze Lebenserwartung?
- Große Körpergröße: Große und Riesenrassen altern biologisch schneller und haben höhere Belastungen auf Herz, Knochen und Stoffwechsel.
- Genetische Vorbelastungen: Erblich bedingte Probleme wie Hüft- und Ellbogendysplasie, Herzkrankheiten und bestimmte Krebsarten sind häufiger.
- Akute Gefahren: Magendrehungen (GDV) und Unfallfolgen können schnell lebensbedrohlich werden.
- Zuchtqualität: Schlechte Zuchtpraktiken ohne umfangreiche Gesundheitsprüfungen verkürzen die Lebenserwartung.
Typische Krankheiten, die die Lebenserwartung beeinflussen
Zu den häufigsten Gesundheitsproblemen beim Bernhardiner zählen:
- Hüft- und Ellbogendysplasie (Gelenkerkrankungen, Arthrose)
- Kardiomyopathien und andere Herzprobleme
- Krebs (u. a. Osteosarkom bei großen Rassen)
- Magendrehung (GDV), ein Notfall mit hoher Sterblichkeitsrate ohne schnelle Behandlung
- Orthopädische Probleme wegen der schnellen Wachstumsphase als Welpe
- Augenerkrankungen, Hautprobleme und Zahnkrankheiten
So können Sie die Lebenserwartung Ihres Bernhardiners verlängern
Während die genetische Veranlagung nicht veränderbar ist, können Haltung und Vorsorge die Lebensqualität und -dauer deutlich beeinflussen:
- Wählen Sie einen verantwortungsbewussten Züchter: Achten Sie auf Gesundheitsuntersuchungen (HD/ED-Röntgen, Herzuntersuchung, ggf. Gesundheitszertifikate). Ein seriöser Züchter kann die Risiken erheblich senken.
- Gewichtskontrolle: Übergewicht belastet Gelenke und Herz. Idealgewicht durch angepasste Fütterung und altersgerechte Bewegung.
- Richtiges Aufwachsen: Welpen großer Rassen brauchen kontrolliertes Wachstum – kalzium-/kalorienreiche Überfütterung vermeiden, ausgewogene Junghundefütterung wählen.
- Regelmäßige Vorsorge beim Tierarzt: Früherkennung von Herzproblemen, Gelenkveränderungen und Krebs kann Leben retten oder verlängern.
- Vorsicht bei Hitze: Bernhardiner sind kälteverträglicher; bei Hitze droht Überhitzung. Schatten, Wasser und Ruhe sind wichtig.
- Schnelles Handeln bei Notfällen: Symptome wie starkes Aufblähen, heiße Flanke, Unruhe (bei GDV) oder plötzliche Lahmheit müssen sofort tierärztlich abgeklärt werden.
- Vorbeugende Maßnahmen: Impfungen, Parasitenprophylaxe, Zahnkontrollen und ggf. Gelenknahrung/Supplemente nach Absprache mit dem Tierarzt.
Worauf sollten potenzielle Besitzer achten?
- Erwartungen realistisch halten: Die Anschaffung eines Bernhardiners bedeutet oft eine emotionale Bindung über 8–10 Jahre und hohe Kosten für Futter, Tierarzt und Pflege.
- Platzbedarf: Große Hunde brauchen Raum und ruhige Rückzugsorte.
- Finanzielle Vorsorge: Routineuntersuchungen, Notfall-OPs (z. B. bei GDV) und mögliche orthopädische Behandlungen können teuer sein.
- Familienplanung: Bernhardiner sind familienfreundlich, aber wegen Größe und Kraft nicht automatisch als Hund für sehr kleine Kinder geeignet ohne Beaufsichtigung.
FAQ – Kurzantworten
Kann ein Bernhardiner länger als 10 Jahre leben? Ja. Einzelne Tiere werden 11–12 Jahre oder älter, das ist aber die Ausnahme.
Wird Kastration die Lebenserwartung verändern? Die Effekte sind komplex: Kastration kann das Risiko bestimmter Krankheiten senken, bei anderen aber erhöhen. Die Entscheidung sollte individuell mit dem Tierarzt getroffen werden.
Welche Rolle spielt die Ernährung? Eine hochwertige, rassespezifisch angepasste Ernährung ist zentral — besonders in der Junghundephase und zur Gewichtskontrolle im Erwachsenenalter.
Weiterführende Quellen
Für tiefergehende Informationen und Rasseprofile siehe z. B. die Rassebeschreibungen und Veterinärseiten wie Martin Rütter, Wikipedia oder veterinärmedizinische Ratgeber wie Hill's Pet.
Fazit: "Bernhardiner wie alt werden die" lässt sich meistens mit 8–10 Jahren beantworten. Mit verantwortungsvoller Zuchtwahl, sorgfältiger Aufzucht, präventiver Gesundheitsvorsorge und aufmerksamem Alltag können Sie die Chancen auf ein gesundes, möglichst langes Leben Ihres Bernhardiners deutlich verbessern.
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