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Weimaraner Farben: Von silbergrau bis „blau“ – Ursachen, Varianten und Pflege

Lukas Fuchs vor 1 Monat Fellfarben und -variationen bei Hunden 3 Min. Lesezeit

Weimaraner fallen sofort durch ihre charakteristische Fellfarbe auf. Doch was bedeutet „blau“ oder „silbergrau“ genau, welche Farbvarianten gibt es und welche Rolle spielt Genetik und Zucht? Dieser Artikel erklärt die Weimaraner Farben verständlich, nennt offizielle Standards und gibt Tipps zur Pflege und Auswahl eines Welpen.

Kurzüberblick: Welche Farben gibt es beim Weimaraner?

Wenn man nach „weimaraner farben" sucht, stößt man immer wieder auf Begriffe wie silbergrau, mausgrau, rehgrau oder blau. Grundsätzlich gilt: der klassische Weimaraner kommt in verschiedenen Abstufungen von Grau – von sehr hellem Silber bis zu dunklerem Mausgrau. Die Rasse wird in der Zucht in der Regel als "grau/blaue" Hunderasse beschrieben, weil das im Englischen als "blue" bezeichnete Ergebnis der sogenannten Dilutionswirkung oft als Blau übersetzt wird.

Warum wirkt das Fell „silber“ oder „blau“? Einfache Genetik erklärt

Die Farbe des Weimaraners entsteht durch die Kombination verschiedener Pigmente und Gene. Kurz gefasst:

  • Eumelanin erzeugt dunkle Farben (schwarz/braun), Phaeomelanin verantwortet rote/gelbe Töne.
  • Das sogenannte Dilutionsgen (D-Lokus) kann pigmentierende Farbpigmente aufhellen. Bei homozygotem Vorliegen (d/d) werden dunkle Pigmente zu einer aufgehellten, "verwaschenen" Grautönung – das, was viele als "blau" bezeichnen.
  • Je nach Kombination mit dem B-Lokus (schwarz vs. braun) entstehen leicht unterschiedliche Grau-Nuancen; Vereinfachend kann man sagen: die heutige typische Weimaraner-Farbe ist das Ergebnis von Pigmentveranlagungen plus Dilution.

Wichtig: Genetik ist komplex. Wer ganz genau wissen will, welche Genotypen ein Hund hat, lässt einen DNA-Test durchführen. Viele Erklärungen im Internet vereinfachen die Regeln – sie sind aber für den Praxisgebrauch ausreichend.

Typische Bezeichnungen und was sie bedeuten

  • Silbergrau / Silvery grey: Helles, glänzendes Grau mit silbrigem Schimmer – oft als Idealfarbe beschrieben.
  • Mausgrau (Mausgrau): Etwas dunkleres Grau, neutraler, ohne starken Silberglanz.
  • Rehgrau / Rehfarbe: Graubraune Töne, leicht rötlich im Licht – historisch oft erwähnt.
  • „Blauer Weimaraner“: Wird manchmal als Bezeichnung benutzt. Dabei handelt es sich meist nicht um ein völlig anderes Farbspektrum, sondern um eine umgangssprachliche Bezeichnung für stark verdünnte Grautöne. In manchen Fällen wurde der Begriff auch für Hunde verwendet, die durch Einkreuzung anderer Rassen dunklere/blauere Schattierungen zeigten.

Rassestandard: Welche Farben sind erlaubt?

Offizielle Zuchtverbände wie der FCI und nationale Clubs geben Farbangaben im Rassestandard vor. Üblich sind Formulierungen, die silbergrau, mausgrau bis rehgrau als rassetypisch nennen. Wichtige Merkmale sind dabei nicht nur der Fellton, sondern auch die passende Pigmentierung von Nase, Augenrand und Ballen – diese sollten in der Regel eine braune/liver-Färbung (bei Weimaranern kein tiefes Schwarz) haben.

Wenn du dich genauer informieren willst, findest du Standards beim Weimaraner-Klub e.V. und beim FCI.

Felltypen und ihre Farben

Weimaraner kommen in drei Felltypen, und die Farbe kann bei allen Typen variieren:

  • Kurzhaar: Glänzendes, eng anliegendes Fell, Farbe sehr gleichmäßig erscheinend.
  • Langhaar (silberfuchs-ähnlich): Längeres, weicheres Haar, das im Licht oft stärker variiert.
  • Rauhhaar: Groberer Flaum, Farbe kann durch Deck- und Unterwolle leicht unterschiedlich wirken.

Augen- und Nasenfarbe

Weimaraner-Welpen werden häufig mit hellblauen Augen geboren, die sich mit den Wochen in bernstein- bis haselnussfarbene Augen verwandeln. Die Nase und die Augenränder sind typischerweise heller (liver-colored) und nicht schwarz. Die Pigmentfarbe ergänzt das Gesamterscheinungsbild der "weimaraner farben".

Gesundheit: Spielt die Farbe eine Rolle?

Ein Thema bei stark verdünnten Farbgentypen ist die sogenannte Color-Dilution-Alopecia (CDA) – eine erblich bedingte Anfälligkeit für Haarausfall und Hautprobleme bei manchen Rassen mit Verdünnungsgenen. Bei Weimaranern ist das typische silbergraue Fell seit langem Rassemerkmal; schwere CDA kommt in der Rasse nicht flächendeckend vor, doch bei Anzeichen von vermehrtem Haarausfall oder Hautreizungen sollte ein Tierarzt konsultiert werden. Generell gilt: Farbe sagt wenig über Gesundheit oder Charakter – verantwortungsvolle Zucht und Gesundheitschecks sind entscheidend.

Pflegehinweise für die Fellfarbe

  • Regelmäßiges Bürsten entfernt abgestorbene Haare und lässt die Farbe frisch und glänzend wirken.
  • Vermeide häufiges Baden mit ungeeigneten Shampoos; spezielle Pflegeserien für kurzhaarrige Hunde erhalten natürlichen Glanz.
  • Sonneneinstrahlung kann das Fell etwas aufhellen – das ist normal.
  • Ernährung mit hochwertigen Fettsäuren (Omega-3/6) fördert Fellglanz und -gesundheit.

Tipps beim Welpenkauf: Farbe ja, aber nicht alleine

Wenn die Farbe beim Welpenkauf eine Rolle spielt, beachte:

  • Welpenfärbung verändert sich: Augen- und Fellfarbe reifen in den ersten Monaten nach.
  • Frage nach den Elterntieren und deren Gesundheitsnachweisen (HD/ED, Praxistests, eventuelle Gentests).
  • Ein seriöser Züchter priorisiert Gesundheit, Wesen und Zuchtziele mehr als reine Farbpräferenzen.

Fazit

Die typische "weimaraner farben"-Palette reicht von hellem Silbergrau über Mausgrau bis zu rehgrauen Tönen. Die auffällige Farbe ist das Ergebnis genetischer Pigmentverarbeitung und der Verdünnung durch das Dilutionsgen. Ob du den Ausdruck „blauer Weimaraner" verwendest oder lieber von silbergrau sprichst – wichtiger als die Nuance ist die Herkunft, die Gesundheit und die Haltung des Hundes. Für detaillierte Fragen zur Genetik oder beim Verdacht auf vererbte Hautprobleme ist ein Gespräch mit einem erfahrenen Züchter oder Tierarzt ratsam.

Weiterführende Links: Weimaraner-Klub e.V., FCI (Federation Cynologique Internationale).

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