Malteser oder Havaneser: klare Unterschiede, Pflege und Haltung
Kleine Hunde, großer Unterschied? Viele denken, Malteser und Havaneser sehen gleich aus — doch in Verhalten, Fell und Haltung gibt es deutliche Unterschiede. Dieser Artikel hilft dir, die richtige Wahl zu treffen.
Kurzüberblick: Gemeinsamkeiten und Kernunterschiede
Malteser und Havaneser stammen beide aus der Bichon-Familie und wirken auf den ersten Blick ähnlich: kleiner Körperbau, langes, weiches Fell und freundliches Wesen. Der wichtigste Unterschied liegt aber im Aussehen des Fells, in der Veranlagung des Charakters und in den Haltungsansprüchen. Während der Malteser klassisch reinweiß ist und oft etwas ruhiger wirkt, ist der Havaneser vielseitiger in der Färbung und oft lebhafter und anpassungsfähiger.
Aussehen & Größe
Beide Rassen bleiben kompakt, doch es gibt feine Unterschiede:
- Größe: Malteser erreichen in der Regel 21–25 cm Schulterhöhe; Havaneser sind ähnlich, meist 23–27 cm.
- Gewicht: Beide wiegen etwa 3–6 kg, je nach Individuum.
- Fellfarbe: Das ist ein klarer Erkennungsfaktor: Malteser sind traditionell reinweiß bis elfenbeinfarbig. Havaneser können zahlreiche Farben und Kombinationen haben (weiß, creme, schwarz, braun, mehrfarbig).
- Fellstruktur: Malteser haben meist ein seidiges, glattes Fell; Havaneser können wellig bis leicht gelockt sein und wirken oft fülliger.
Fellpflege, Haaren & Allergiker
Beide Rassen gelten als vergleichsweise wenig haarend, doch die Pflege unterscheidet sich:
- Malteser: Das lange, glatte Fell sieht elegant aus, verfilzt aber leicht. Regelmäßiges Kämmen (täglich) und fachgerechtes Scheren oder in einen Kurzschnitt (Welpen- oder Hundeschnitt) sind empfehlenswert. Augentränen und Hautpflege sind häufiger Thema.
- Havaneser: Benötigen ebenfalls regelmäßiges Bürsten, kommen aber oft mit leichterer Unterhaltsfrisur zurecht, weil das Fell natürlicher fällt. Havaneser sind oft robuster gegen Verfilzungen, je nach Felltyp.
- Allergiker: Keine der beiden Rassen ist wirklich hypoallergen. Viele Allergiker vertragen jedoch Hunde, die weniger haaren — das ist individuell verschieden.
Charakter & Temperament
Hier zeigen sich oft die größten Unterschiede im Alltag:
- Malteser: Häufig anhänglich, sensibel und menschenbezogen. Manche Malteser sind zurückhaltender gegenüber Fremden und können sensibler auf laute Reize reagieren. Sie eignen sich gut als Kuschel- und Begleithund.
- Havaneser: Meist fröhlich, verspielt und sehr sozial. Havaneser gelten als kinderfreundlich und offen gegenüber Fremden. Sie sind oft aktiver und leistungsbereiter (z. B. für kleine Tricks, Agility).
Erziehung & Intelligenz
Beide Rassen sind intelligent und möchten die Beziehung zum Halter stärken:
- Havaneser gelten als sehr lernfreudig und arbeiten gerne mit Menschen zusammen. Positive Verstärkung und spielerische Übungen funktionieren gut.
- Malteser reagieren sensibel auf harsche Methoden; sie lernen gut, benötigen aber liebevolle, konsequente Führung.
Aktivitätsbedarf & Beschäftigung
Beide kommen mit moderatem Auslauf aus, brauchen aber geistige Beschäftigung:
- Havaneser sind tendenziell aktiver und genießen längere Spaziergänge, Apportierspiele und Denkaufgaben.
- Malteser bevorzugen kürzere, häufigere Spaziergänge und viel Körperkontakt (Kuscheln).
Gesundheit & Lebenserwartung
Beide Rassen sind meist gesund, typische Themen sind jedoch:
- Malteser: Zahnprobleme, Augen- und Hauterkrankungen sowie Luxation der Kniescheibe können auftreten.
- Havaneser: Hüft- und Augenprobleme oder gelegentlich Herzerkrankungen sind bekannt. Beide Rassen haben eine Lebenserwartung von ca. 12–15 Jahren bei guter Pflege.
Eignung: Wer passt zu wem?
Die Entscheidung hängt stark vom Lebensstil ab:
- Für vielbeschäftigte Singles oder Familien mit Kindern: Havaneser sind aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und Robustheit oft die bessere Wahl.
- Für ruhige Haushalte, älterer Menschen oder Menschen, die einen anschmiegsamen Begleiter suchen: Malteser sind ideal, sofern Zeit für Fellpflege vorhanden ist.
- Wohnungshaltung: Beide Rassen eignen sich sehr gut, solange sie ausreichend geistige und körperliche Beschäftigung bekommen.
Kauf, Zucht und Kosten
- Welpenpreis: Hängt stark vom Züchter, Stammbaum und Gesundheitschecks ab. In Deutschland liegen beide Rassen oft in einem ähnlichen Preissegment (mehrere hundert bis einige tausend Euro).
- Worauf achten: Seriöse Züchter führen Gesundheitsuntersuchungen und geben Auskunft über Eltern, Sozialisation und Impfstatus. Besuche den Züchter persönlich und bestehe auf Papieren.
Praktische Tipps bei der Wahl
- Schreibe eine Liste deiner Prioritäten: Pflegeaufwand, Aktivität, Kinderfreundlichkeit, Allergien.
- Triff mehrere Vertreter der Rassen: Besuche Vereine, Ausstellungen oder verlässliche Züchter.
- Berücksichtige Lebensdauer und Folgekosten (Fellpflege, Tierarzt, Versicherung).
- Wenn du unsicher bist, kann ein erwachsener Hund aus verantwortungsvoller Vermittlung helfen, den täglichen Bedarf besser einzuschätzen.
Weiterführende Links
Fazit
Der Unterschied Malteser Havaneser zeigt sich vor allem im Fell, in der Farbpalette und im Temperament: Malteser sind oft sensibler und klassisch weiß, Havaneser vielseitiger in Farbe und aktiver im Alltag. Beide Rassen sind liebevolle Begleiter — wichtig ist nur, deine Erwartungen an Pflege, Bewegung und Sozialkontakt mit den Bedürfnissen der jeweiligen Rasse abzugleichen. Wenn du Wert auf einen offenen, verspielten Begleiter legst, ist der Havaneser häufig die bessere Wahl; suchst du einen ruhigen, anschmiegsamen Hund, könnte der Malteser besser passen.