Unterschied Havaneser Malteser: Herkunft, Aussehen, Charakter und Pflege im Vergleich
Havaneser und Malteser wirken auf den ersten Blick ähnlich: kleine Hunde, lange Haare, freundlich. Wer aber genau hinsieht, erkennt deutliche Unterschiede in Herkunft, Fell, Temperament und Pflegeaufwand. Dieser Artikel hilft dir, die richtigen Unterschiede zwischen Havaneser und Malteser zu verstehen — damit du den passenden Begleiter findest.
Kurzer Überblick
Havaneser und Malteser gehören zur Gruppe der Bichon-ähnlichen Begleithunde. Beide sind klein, anhänglich und oft familienfreundlich. Trotzdem solltest du nicht davon ausgehen, dass sie gleich sind: Havaneser stammen aus Kuba und sind häufig aufgeweckter und farblich vielfältiger; Malteser haben mediterrane Wurzeln und sind klassisch reinweiß sowie oft etwas sensibler.
Herkunft und Geschichte
Die Geschichte erklärt viele Unterschiede:
- Havaneser: Ursprünglich aus der kubanischen Hauptstadt Havanna, sind sie eine weiterentwickelte Variante der Bichon-Familie, die als Gesellschaftshunde adliger Familien beliebt war. (Mehr: Wikipedia Havaneser.)
- Malteser: Die Wurzeln reichen ins Mittelmeer — der Malteser ist bereits seit der Antike als kleiner Schoßhund bekannt und hat sich als weißer Begleiter etabliert. (Mehr: Wikipedia Malteser.)
Aussehen & Größe
Auf den ersten Blick ähnlich, aber mit markanten Unterschieden:
- Größe: Beide sind Kleinhunde. Havaneser erreichen meist 23–27 cm Schulterhöhe; Malteser etwa 20–25 cm.
- Gewicht: Havaneser 4–7 kg, Malteser 3–4 kg, also tendenziell leichter.
- Körperbau: Havaneser wirken etwas kompakter und muskulöser; Malteser sind oft feinere, zierlichere Typen.
Fell, Farben und Pflegeaufwand
Hier ist einer der sichtbarsten Unterschiede:
- Fellfarbe: Malteser sind klassisch reinweiß bis elfenbeinfarben. Havaneser kommen in vielen Farben und Kombinationen vor (weiß, schwarz, creme, silber, mehrfarbig).
- Fellstruktur: Beide Rassen haben langes, weiches Fell. Havaneser können allerdings stärker gewellt bis leicht gelockt sein; Malteser haben meist ein gerades, seidiges Haar.
- Haarverlust: Beide gelten als relativ "haararm" im Sinne von wenig Unterwolle, sie haaren also weniger sichtbar. Trotzdem hinterlassen lange Haare Pflegebedarf.
- Pflegeaufwand: Beide brauchen regelmäßige Fellpflege: tägliches Kämmen, regelmäßige Bäder, Augen- und Ohrenpflege. Ein Malteser mit vollem Showcoiffure kann mehr tägliche Pflege benötigen; Havaneser mit lockigerem Fell neigen eher zu Verfilzungen.
Charakter & Temperament
Beide Rassen sind anhänglich, aber es gibt Nuancen:
- Havaneser: Oft verspielt, sehr kontaktfreudig, mitunter etwas frecher. Sie gelten als offen, freundlich gegenüber Fremden und eignen sich gut für aktive Familien.
- Malteser: Sensibel, verschmust, manchmal zurückhaltender gegenüber Fremden. Sie bauen sehr enge Bindungen zu ihren Menschen auf und zeigen oft hohe Anhänglichkeit.
Erziehung und Intelligenz
Beide Rassen sind lernfähig, reagieren aber unterschiedlich auf Training:
- Havaneser sind meist motiviert und arbeiten gerne mit, brauchen aber geistige Beschäftigung, um Langeweile und dadurch entstehende Unarten (Bellen, Zerstörung) zu vermeiden.
- Malteser sind intelligent, können aber empfindlich auf harte Methoden reagieren. Positive Verstärkung und Geduld sind hier besonders wichtig.
Gesundheit und Lebenserwartung
Beide Rassen sind grundsätzlich robust, besitzen aber rassespezifische Risiken:
- Havaneser: Lebenserwartung oft 12–16 Jahre. Typische Probleme: Patellaluxation, Hüftprobleme (seltener), Augen- und Hautprobleme.
- Malteser: Lebenserwartung ebenfalls etwa 12–15 Jahre. Typische Probleme: Zahnerkrankungen (bei kleinen Hunden häufig), Patellaluxation, Herz- oder Augenprobleme.
Regelmäßige Vorsorge beim Tierarzt, Zahnreinigung und Gewichtskontrolle sind bei beiden Rassen wichtig.
Für wen eignet sich welche Rasse?
Die Entscheidung hängt von Lebensstil und Erwartungen ab:
- Havaneser: Gut für Familien, aktive Menschen, Haushalte mit mehreren Hunden oder Kindern — wenn du einen lebhaften, geselligen Begleiter willst.
- Malteser: Ideal für ruhige Haushalte, Singles oder ältere Menschen, die einen anschmiegsamen, feinfühligen Schoßhund möchten.
Kauf, Kosten & Haltung
- Anschaffung: Seriöse Züchter, Tierschutz oder Rassevereine — niemals beim unseriösen Welpenhandel kaufen. Suche nach Gesundheitszeugnissen und einer verantwortungsvollen Zucht.
- Kosten: Anschaffungspreise variieren stark; Rasse, Stammbaum und Herkunft spielen eine Rolle. Langfristig solltest du Futter, Pflege, Tierarzt, Versicherung und ggf. Groomer einkalkulieren.
Praktische Entscheidungshilfe
Wenn du dir nicht sicher bist, frage dich:
- Willst du einen ruhigen Schoßhund (Malteser) oder einen etwas aktiveren Spielkameraden (Havaneser)?
- Legst du großen Wert auf Fellfarbe und Show-Optik (Malteser: reinweiß) oder bevorzugst du Vielfalt (Havaneser)?
- Bist du bereit für tägliche Fellpflege und mögliche Besuche beim Groomer?
Fazit
Der Unterschied Havaneser Malteser liegt weniger in der Grundtypen-Zugehörigkeit als in Details: Fellfarbe und -struktur, Temperamentsnuancen, Pflegeanforderungen und Ausprägungen von Sensibilität. Beide Rassen sind wunderbare Begleiter — die richtige Wahl hängt von deinem Alltag, deiner Geduld bei der Fellpflege und davon ab, ob du einen etwas lebhafteren oder einen besonders sensiblen Schoßhund suchst.
Weiterführende Links: Havaneser — Wikipedia, Malteser — Wikipedia, VDH Hunderassenübersicht.
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