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Übelkeit bei Hunden: Sanfte Hausmittel, die helfen — und wann es Zeit für den Tierarzt ist

Lukas Fuchs vor 4 Wochen Hunde Gesundheit und Krankheiten 3 Min. Lesezeit

Wenn dein Hund sich übergibt oder würgt, ist das beunruhigend. Viele Magenverstimmungen lassen sich mit einfachen Hausmitteln lindern. Dieser Artikel erklärt sichere, wirksame Maßnahmen, Schonkost-Rezepte und welche Warnsignale du nicht ignorieren darfst.

Übelkeit bei Hunden äußert sich meist durch Würgen, Speicheln, Erbrechen oder Appetitlosigkeit. Nicht jede Übelkeit ist ein Notfall — oft steckt eine vorübergehende Magenverstimmung hinter den Beschwerden. Dennoch gilt: Vorsicht statt Risiko. Die folgenden Hausmittel können helfen, sind aber kein Ersatz für eine tierärztliche Untersuchung, wenn Symptome schwerwiegend oder lang anhaltend sind.

Warum Hunde übel werden: häufige Ursachen

  • Futterwechsel oder zu schnelles Fressen
  • Unverträglichkeiten oder Futtermittelallergien
  • Aufnahme von Fremdkörpern, Abfällen oder giftigen Pflanzen/Substanzen
  • Infektionen (Magen-Darm-Infekte), Parasiten
  • Medikamente oder Vergiftungen
  • Chronische Erkrankungen (z. B. Leber-, Nierenleiden, Bauchspeicheldrüse)

Erste Schritte zuhause

Bevor du Hausmittel anwendest, sollten diese Basics stehen:

  1. Beruhigen: Stress verstärkt Übelkeit. Ruhiger Ort, wenig Licht, keine Aufregung.
  2. Wasser kontrolliert anbieten: Verhindere Dehydratation, aber lasse den Hund nicht in großen Schlucken trinken. Kleine, häufige Wassergaben sind besser.
  3. Fasten: Erwachsene Hunde profitieren bei akutem Erbrechen oft von 8–12 Stunden Nüchternheit, danach langsame Futteraufnahme mit Schonkost. Bei Welpen, kleinen Rassen oder kranken/älteren Hunden bitte immer Rücksprache mit dem Tierarzt.

Erprobte Hausmittel gegen Übelkeit beim Hund

Die folgenden Hausmittel werden häufig empfohlen und sind bei leichten Magenverstimmungen nützlich. Achte auf Verträglichkeit und beginne mit kleinen Mengen.

1. Schonkost: gekochtes Huhn und Reis

Gekochtes, fettarmes Hühnerfleisch (ohne Haut, ungewürzt) und weißer Reis sind leicht verdaulich. Kleine Portionen (mehrere kleine Mahlzeiten am Tag) geben dem Magen Zeit zur Erholung.

2. Kürbis (ohne Zusätze)

Kürbispüree (aus der Dose ohne Gewürze oder Zucker) wirkt regulierend auf die Verdauung — sowohl bei Durchfall als auch verstopfungsbedingtem Unwohlsein. Ein bis zwei Teelöffel bei kleinen Hunden, bei großen Hunden ein bis zwei Esslöffel, in die Mahlzeit mischen.

3. Fenchel‑/Anis‑Kümmel‑Tee

Schwach aufgebrühter Fenchel‑ oder Anistee (abgekühlt, ungesüßt) kann krampflösend und beruhigend wirken. Biete nur kleine Mengen an (ein paar Schlucke) und beobachte, ob das Tier besser wird.

4. Kamillentee

Kamille wirkt leicht entzündungshemmend und beruhigend. Wie beim Fencheltee vorher abkühlen lassen. Nicht bei bekannten Allergien gegen Korbblütler verwenden.

5. Heilerde oder Aktivkohle (vorsichtig)

Heilerde kann Giftstoffe binden und den Magen beruhigen; Aktivkohle wird manchmal bei Vergiftungsverdacht eingesetzt. Beides nur nach Absprache mit dem Tierarzt, da falsche Anwendung Nährstoffbindung oder Verstopfung verursachen kann.

6. Ingwer (sparsam und mit Vorsicht)

Ingwer hat bei Menschen antiemetische Eigenschaften. Bei Hunden kann eine winzige Menge geriebener frischer Ingwer oder als schwacher Tee helfen, ist aber nicht für alle Tiere geeignet. Vorher mit dem Tierarzt klären, besonders bei trächtigen Hündinnen oder Tieren mit bestimmten Erkrankungen.

7. Probiotika

Speziell für Hunde formulierte Probiotika können die Darmflora nach einer Magen-Darm-Störung unterstützen. Gib Produkte, die für Hunde getestet sind, und halte dich an die Herstellerangaben oder Tierarztempfehlungen.

Wie du Schonkost richtig anbietest

  1. Nach Nüchternheit langsam mit 1–2 kleinen Portionen Schonkost beginnen.
  2. Wenn der Hund diese verträgt, alle 8–12 Stunden füttern und Portionen langsam erhöhen.
  3. Innerhalb von 2–3 Tagen schrittweise wieder auf das normale Futter umstellen.

Wichtige Warnsignale — wann sofort zum Tierarzt

Hausmittel sind nur für leichte, vorübergehende Beschwerden geeignet. Unverzüglich tierärztliche Hilfe suchen bei:

  • anhaltendem oder wiederkehrendem Erbrechen (mehrere Episoden innerhalb von 24 Stunden)
  • Blut im Erbrochenen oder schwarzen Kaffee‑ähnlichem Erbrechen
  • Anzeichen starker Schmerzen, aufgeblähter Bauch oder Unruhe
  • Schwäche, Desorientierung, hohes Fieber
  • Unfähigkeit, Wasser zu behalten (Dehydratation)
  • Hungerlosigkeit über mehrere Tage, Gewichtsverlust oder chronische Symptome
  • Verdacht auf Aufnahme von Giftstoffen oder Fremdkörpern

Praktische Tipps zur Vorbeugung

  • Langsames Fressen verhindern: Anti‑Schlingnäpfe oder kleinere Portionen.
  • Keine Essensreste oder für Hunde giftigen Lebensmittel zugänglich lassen (Schokolade, Zwiebeln, Weintrauben, Xylitol u. a.).
  • Regelmäßige Entwurmung und Impfungen nach Tierarztplan.
  • Allergien und Unverträglichkeiten beobachten und Futtermittel graduell wechseln.

Quellen & weiterführende Informationen

Lesenswerte Artikel und Tierarztseiten mit praxisnahen Tipps findest du u. a. bei Vetura (Übelkeit bei Hunden) oder im Zooplus Magazin (Hund erbricht: Ursachen & Behandlung).

Fazit

Viele Fälle von Übelkeit beim Hund lassen sich mit Ruhe, kontrolliertem Wasserangebot und einfachen Hausmitteln wie Schonkost, Fenchel‑ oder Kamillentee lindern. Wichtig ist, den Hund genau zu beobachten und bei Alarmzeichen sofort den Tierarzt zu konsultieren. Bei Unsicherheit lieber einmal zu viel als zu wenig professionellen Rat einholen.

Hinweis: Dieser Text ersetzt nicht die Beratung durch eine(n) Tierarzt/Tierärztin. Bei ernsthaften oder länger anhaltenden Beschwerden bitte unmittelbar eine Tierklinik oder den Haustierarzt kontaktieren.

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