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Wenn der Hund am Gelenk leidet: Schleimbeutel entzündet – erkennen, behandeln, vorbeugen

Lukas Fuchs vor 4 Wochen Hunde Gesundheit und Krankheiten 3 Min. Lesezeit

Schmerzende Gelenke sind bei Hunden häufig, doch nicht immer steckt Arthritis dahinter. Eine Schleimbeutelentzündung kann plötzlich auftreten oder chronisch werden und das Wohlbefinden deines Hundes stark einschränken. In diesem Beitrag erfährst du, wie du die Beschwerden früh erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie du einem Rückfall vorbeugst.

Was ist ein Schleimbeutel und warum entzündet er sich?

Im Körper deines Hundes sitzen kleine mit Flüssigkeit gefüllte Polster – Schleimbeutel (Bursae) – an Stellen mit starkem Druck oder Reibung, etwa an Ellbogen, Schulter, Hüfte oder Fersen. Ihre Aufgabe ist es, Sehnen und Haut vor Reibung zu schützen. Durch Trauma, andauernden Druck (z. B. Liegen auf hartem Boden), Überbelastung, Infektion oder sekundär durch Gelenkveränderungen kann ein Schleimbeutel sich entzünden. Mediziner sprechen dann von Bursitis.

Typische Ursachen auf einen Blick

  • Akute Verletzungen (Sturz, Stoß)
  • Chronischer Druck: häufiges Liegen auf harten Flächen (Ellbogen-Hygrom)
  • Überbelastung oder wiederholte Mikrotraumen
  • Infektionen (seltener, z. B. durch Bisswunden oder offene Verletzungen)
  • Begleitende Gelenkerkrankungen (Arthrose, Sehnenentzündungen)
  • Fettleibigkeit – erhöht die Belastung der Gelenke

Woran erkennst du die Beschwerden? Symptome

Die klinischen Zeichen variieren je nach Lage und Schweregrad:

  • Lahmheit oder Schonhaltung
  • Schmerz bei Druck auf die betroffene Stelle
  • Schwellung, manchmal warm und gerötet
  • Hautverdünnung oder sichtbare Vorwölbung (z. B. Ellbogen)
  • Leistungsknick, verminderte Bewegungsfreude
  • Bei infizierten Bursae Fieber oder allgemeines Unwohlsein

Diagnose: Was macht der Tierarzt?

Eine gründliche Untersuchung ist wichtig. Der Tierarzt führt in der Regel eine Palpation (Abtasten) und eine Lahmheitsanalyse durch. Ergänzend können folgende Schritte erfolgen:

  1. Röntgenaufnahmen, um Knochenveränderungen oder Fremdkörper auszuschließen
  2. Ultraschall, um die Flüssigkeitsansammlung im Schleimbeutel zu beurteilen
  3. Punktion (Aspiration) der Bursa zur Untersuchung der Flüssigkeit – wichtig bei Verdacht auf Infektion
  4. Blutuntersuchungen, wenn eine systemische Infektion oder Entzündung vermutet wird

Behandlung: konservativ bis operativ

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schwere. Ziel ist Schmerzlinderung, Rückbildung der Entzündung und Vermeidung von Rückfällen.

Konservative Maßnahmen

  • Schonung und eingeschränkte Bewegung: kurze Leinenführungen, kein Toben
  • Entlastung der betroffenen Stelle (weiche Liegeflächen, Polsterungen für den Schlafplatz)
  • Kälteanwendungen in der akuten Phase, später warme Umschläge zur Durchblutung
  • Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs) nach tierärztlicher Verordnung
  • Physiotherapie, Massagen, Laser- oder Stoßwellentherapie zur Förderung der Heilung

Wenn eine Infektion vorliegt

Bei bakterieller Besiedlung wird die Flüssigkeit punktiert und mikrobiologisch untersucht. Anschließend erfolgt gezielte Antibiotikatherapie. In hartnäckigen Fällen oder bei Eiteransammlungen kann eine chirurgische Spülung oder Entfernung des Schleimbeutels notwendig werden.

Operation

Operativer Eingriff ist selten, wird aber nötig, wenn sich die Entzündung nicht zurückbildet, wiederkehrende Hygrome die Beweglichkeit stören oder bei chronischen, narbigen Veränderungen. Die OP kann den Schleimbeutel entfernen oder verändern, damit kein erneuter Reiz entsteht.

Hausmittel und ergänzende Maßnahmen – was hilft wirklich?

Viele Besitzer probieren Hausmittel. Sinnvoll sind:

  • Weiche, rutschfeste Liegeflächen und Polster
  • Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Hunden
  • Schonende Bewegung (Schwimmen, kontrollierte Spaziergänge) zur Muskulaturstärkung

Kräuterpräparate wie Kurkuma oder bestimmte Nahrungsergänzungen werden diskutiert, sollten aber nur ergänzend und nach Rücksprache mit dem Tierarzt eingesetzt werden. Auf eigene Faust Antibiotika oder Kortison zu verabreichen ist gefährlich.

Vorbeugung: Rückfälle vermeiden

  • Sorge für geeignete Schlaf- und Ruheflächen (weiche, gepolsterte Hundebetten, besonders bei Hunden, die oft auf harten Böden liegen)
  • Gewichtskontrolle und ausgeglichene Bewegung
  • regelmäßige Kontrolle bei Hunden mit früheren Schleimbeutelproblemen
  • bei prädisponierten Rassen oder Hunden mit Gelenkproblemen konsequente Physiotherapie

Wann musst du zum Tierarzt?

Bei sichtbarer Schwellung, anhaltender Lahmheit, Fieber, Eiteraustritt oder wenn sich die Symptome nicht innerhalb weniger Tage bessern, solltest du zeitnah eine tierärztliche Untersuchung veranlassen. Besonders bei älteren oder immungeschwächten Hunden ist schnelles Handeln wichtig.

Prognose

Viele akute Schleimbeutelentzündungen heilen gut mit Ruhe, Entlastung und medikamentöser Behandlung. Chronische oder infizierte Fälle benötigen längerfristige Betreuung und können Rezidive zeigen. Mit konsequenter Vorbeugung (Polsterung, Gewichtsmanagement) lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.

Weiterführende Links und Quellen

Wenn du unsicher bist, wie ernst die Beschwerden deines Hundes sind, ist eine Untersuchung beim Tierarzt die sicherste Wahl. Frühes Eingreifen verkürzt die Leidenszeit und verbessert die Heilungschancen deutlich.

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