Endlich Ruhe: So schlafen Hunde nachts besser und länger
Schlafen Hunde nachts durch? Viele Hundebesitzer kennt das: Der Vierbeiner ist nachts unruhig, will raus oder weckt die ganze Familie. In diesem Artikel erfährst du, warum Hunde nachts erwachen, wie viel Schlaf normal ist und welche konkreten Maßnahmen helfen, damit dein Hund entspannt durchschläft.
Wie viel Schlaf brauchen Hunde — Tag- und Nachtschlaf
Hunde schlafen insgesamt deutlich mehr als Menschen. Erwachsene Tiere ruhen meist 12–18 Stunden pro Tag, wobei ein Großteil davon in kurzen Nickerchen (Dösen) tagsüber stattfindet. Der nächtliche Kernschlaf beträgt bei gesunden Erwachsenen häufig 8–9 Stunden. Welpen brauchen deutlich mehr Schlaf und können nachts noch nicht zuverlässig durchhalten; Senioren wiederum wachen häufiger auf und zeigen veränderte Schlaf-Wach-Rhythmen.
Warum schlafen Hunde nachts nicht durch? (Häufige Ursachen)
- Zu wenig Bewegung/Unterforderung: Wenn ein Hund tagsüber zu wenig körperlich oder geistig ausgelastet wurde, ist er abends nicht müde genug.
- Toilettenbedarf: Welpen und manche älteren Hunde müssen nachts raus, weil die Blasenkontrolle noch nicht ausgereift ist.
- Trennungsangst oder Stress: Das Winseln, Permanentes Aufstehen oder Zerstörungsverhalten kann auf Trennungsangst hindeuten.
- Umgebungsfaktoren: Lärm, Licht, Temperatur oder ein ungeeigneter Schlafplatz stören den Schlaf.
- Gesundheitliche Probleme: Schmerzen, Harnwegsinfekte, Magen-Darm-Probleme, neurologische Erkrankungen oder Schilddrüsenstörungen können Schlaf stören.
- Alterungsprozesse: Altersbedingte kognitive Veränderungen („senile Demenz“) verändern den Tag-Nacht-Rhythmus.
Konkrete Maßnahmen: So hilfst du deinem Hund, nachts durchzuschlafen
1. Tagesstruktur & Bewegung
Plane mindestens eine längere, aktive Einheit (30–60 Minuten je nach Rasse und Alter) mit Spielen, Spaziergang oder Training am Tag. Ergänze geistige Auslastung (Suchspiele, Intelligenzspielzeug), damit der Hund abends zufrieden und müde ist.
2. Rituale vor der Nachtruhe
- Konsequente Schlafenszeit einführen.
- Eine letzte, ruhige „Toilette-Runde“ 10–30 Minuten vor dem Schlafengehen.
- Ein beruhigendes Ritual (kurzes Kuscheln, leise Musik, Pheromonstecker) hilft vielen Hunden, sich zu entspannen.
3. Schlafplatz optimieren
Der Schlafplatz sollte warm, zugfrei und ruhig sein. Manche Hunde bevorzugen ein geschlossenes Körbchen oder eine Hundebox, andere ein größeres Hundebett. Eine vertraute Decke und ein leicht gedämpftes Licht können zusätzlich Sicherheit geben.
4. Welpen- und Senioren-spezifische Tipps
- Welpen: Häufige, kurze Toilettenpausen nachts einplanen, langsame Verringerung der Unterstützung (Durchschlaftraining schrittweise).
- Senioren: Regelmäßige Tierarztkontrollen, angepasstes Lifestyl und eventuell nächtliche Toilettenpausen, wenn die Blasenkontrolle nachlässt.
5. Training gegen nächtliches Winseln oder Aufstehen
Ignoriere routinemäßiges Winseln nicht blind – prüfe zuerst, ob ein echter Bedürfnisgrund vorliegt (Schmerz, Pipi). Ist alles abgeklärt, hilft konsequentes Ignorieren kombiniert mit positiver Verstärkung des ruhigen Verhaltens tagsüber und abends. Ein langsam gesteigertes Alleinbleiben-Training kann Trennungsangst mindern.
6. Medizinische und verhaltensorientierte Abklärung
Wenn dein Hund plötzlich unruhig wird oder sich der Schlaf verändert, suche den Tierarzt auf. Mögliche Ursachen sind Infektionen, Schmerzen, hormonelle Störungen oder neurologische Erkrankungen. Bei Verhaltensproblemen kann eine tierpsychologische Beratung sinnvoll sein.
Hilfsmittel, die helfen können
- Pheromonstecker (z. B. ADAPTIL) können bei Stress unterstützend wirken: https://www.adaptil.de/blogs/news/nachtruhe-fur-deinen-hund-entspanntes-schlafen-lernen
- Beruhigende Musik oder White Noise, um störende Geräusche zu überdecken.
- Geeignete Kau- oder Beschäftigungsspielzeuge vor dem Zubettgehen (nicht rohfutterlastig kurz vor dem Schlafen).
Wann du mit dem Tierarzt sprechen solltest
Vereinbare einen Tierarzttermin, wenn dein Hund:
- plötzliches, auffälliges Schlafverhalten zeigt (häufiges Aufstehen, Desorientierung),
- nächtliches Hecheln, Winseln oder Schmerzen zeigt,
- neben Schlafstörungen weitere Symptome hat (Appetitverlust, veränderte Ausscheidungen, Lethargie).
Praktischer 7-Tage-Plan zum Durchschlafen
Probiere folgende Schritte eine Woche lang:
- Tag 1–2: Tagesablauf strukturieren, Bewegung erhöhen, letzter Spaziergang 30 Minuten vor Bettruhe.
- Tag 3–4: Schlafplatz optimieren, beruhigendes Ritual einführen, letzte Pinkelrunde konsistent halten.
- Tag 5–7: Verhalten beobachten, bei Winseln kurz prüfen (Bedürfnis vs. Manipulation), ansonsten ruhiges Verhalten belohnen.
Weiterführende Quellen
Mehr Hintergrund und Tipps findest du bei spezialisierten Ratgebern, z. B. Tractive (Allgemeines zu Schlaf & Aktivität) oder PEDIGREE (Tipps bei Schlafproblemen):
https://tractive.com/blog/de/gut-zu-wissen/wie-du-deinen-hund-nachts-zum-durchschlafen-bringst-GVHecxOKjRnHoy_OPyLLlJZc
https://www.pedigree.de/artikel-ueber-hunde/hundetraining/hilfe-mein-hund-schlaeft-nachts-nicht
Fazit: Viele Hunde können nachts durchschlafen – doch Alter, Gesundheit, Tagesgestaltung und Stress haben großen Einfluss. Mit klaren Routinen, ausreichender Auslastung, einem passenden Schlafplatz und einer tierärztlichen Abklärung bei Verdacht auf Krankheiten lässt sich die Nachtruhe oft deutlich verbessern. Beobachte dein Tier systematisch und passe die Maßnahmen an seine individuellen Bedürfnisse an.
Weitere Beiträge
Die besten Social Walk Übungen für Mensch und Hund
vor 3 Monaten
Reaktive Hunderassen: Verständnis, Merkmale und Tipps
vor 3 Monaten
Die beste Ausbildung für Hütehunde: Tipps und Strategien
vor 2 Monaten
Blockaden beim Hund selbst lösen: Tipps und Techniken
vor 3 Monaten