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Magenschonend & praktisch: Hundefutter selber kochen, das den Magen beruhigt

Lukas Fuchs vor 1 Woche Ernährung und Gesundheit von Hunden 3 Min. Lesezeit

Wenn der Hund unter Durchfall, Erbrechen oder allgemeiner Magenempfindlichkeit leidet, hilft selbst gekochtes Essen oft schneller als Fertigprodukte. Dieser Leitfaden zeigt, wie du magenschonendes Hundefutter selber kochen kannst — sicher, nährstoffbewusst und alltagstauglich.

Ein empfindlicher Hundemagen verlangt nach einfacher, leicht verdaulicher Kost. Magenschonendes Hundefutter selber kochen bedeutet: wenig Fett, milde Zutaten, schonende Zubereitung und Bedacht bei Portionsgrößen. Im Folgenden findest du Ursachen, klare Regeln, drei erprobte Rezepte, Portionsempfehlungen, Haltbarkeitshinweise und wann du unbedingt zum Tierarzt solltest.

Warum magenschonende Kost?

Magen-Darm-Beschwerden können viele Ursachen haben: Futtermittelunverträglichkeiten, plötzliche Futterumstellung, verdorbene Nahrung, Stress, Medikamentennebenwirkungen oder Infektionen. Eine kurzzeitige Schonkost entlastet den Verdauungstrakt, liefert Energie und unterstützt die Regeneration.

Grundregeln für magenschonendes Futter

  • Verwende nur leicht verdauliche Zutaten: mageres Geflügel, weißer Reis, Kartoffeln, Karotten, Kürbis.
  • Kein Salz, keine Gewürze, kein Zucker, kein Fettzugabe (kein Öl, keine Butter).
  • Keine Zwiebeln, Knoblauch, Trauben/ Rosinen, Schokolade, Xylit, rohes Schweinefleisch oder Knochen.
  • Schonende Zubereitung: kochen, dämpfen oder zu Brei verarbeiten (z. B. Congee-Reis).
  • Kleine, häufige Mahlzeiten statt einer großen Portion (besonders bei akutem Erbrechen/ Durchfall).
  • Bei chronischen Problemen immer in Absprache mit dem Tierarzt oder einer Tierernährungsberatung ergänzen.

Wichtige Zutaten und Ersatzmöglichkeiten

  • Proteine: Hähnchenbrust, Putenbrust, mageres Rind (in kleinen Mengen), weißer Fisch (z. B. Kabeljau). Kein Schwein.
  • Kohlenhydrate: weißer Reis (sehr weich gekocht), mehlig gekochte Kartoffeln, Haferbrei (zart), Reis-Congee.
  • Gemüse: Karotten (weich gedünstet), grüner Kürbis/ Hokkaido (gekocht), fein püriert.
  • Ballaststoffe/Bindemittel: gekochter Kürbis oder ungewürzter Kürbis aus der Dose (ohne Zusätze) kann Durchfall regulieren.
  • Milchprodukte: nur wenn vom Hund vertragen — kleine Mengen Hüttenkäse/ Magerquark testen.

Drei einfache Rezepte (für akute Schonkost)

1) Hähnchen & Reis (klassische Schonkost)

Zutaten (für ca. 3–4 Tage Vorrat für einen mittelgroßen Hund): 500 g Hähnchenbrust, 300 g weißer Reis, 2–3 Karotten, 1 l Wasser.

  1. Hähnchen ohne Haut in Wasser 15–20 Minuten kochen, bis es gar ist. Fleisch herausnehmen und in kleine Stücke zupfen.
  2. Reis im Kochsud sehr weich kochen (Mehrwasser-Verhältnis, bis er breiig ist).
  3. Karotten weich kochen und klein schneiden oder pürieren.
  4. Alles mischen: ca. 2 Teile Reis : 1 Teil Hähnchen : 0,5 Teil Karotte. Kein Salz, keine Gewürze.

2) Kartoffel-Türkei-Brei

Zutaten: 400 g gekochte mehlig kochende Kartoffeln, 300 g Putenbrust, 1 kleiner Kürbis (gekocht).

Zubereitung: Pute kochen und zerpflücken, Kartoffeln zerstampfen, Kürbis pürieren. Mischen zu einem glatten Brei. Geeignet bei häufiger Unverträglichkeit gegen Reis.

3) Reis-Congee (sehr magenfreundlich)

Congee ist ein Reisbrei, der in Asien als Heilnahrung gilt: 1 Tasse Reis auf 6–8 Tassen Wasser sehr lange köcheln. Optional ein wenig Hühnerbrühe ohne Salz und zerkleinertes Hähnchen hinzufügen. Sehr flüssig servieren — ideal bei Erbrechen.

Portionsgröße & Kalorien — kurz berechnen

Zur groben Orientierung kannst du den Energiebedarf deines Hundes berechnen: RER = 70 × (Körpergewicht in kg)^0.75. Multipliziere RER mit einem Aktivitätsfaktor (z. B. 1.2–1.6) für den durchschnittlichen Energiebedarf. Beispiel: 10 kg Hund → RER ≈ 394 kcal, MER bei 1.4 ≈ 550 kcal/Tag.

Bei Schonkost lieber in 3–4 kleineren Mahlzeiten füttern, insgesamt ca. 60–80 % der üblichen Kalorien am ersten Tag, danach langsam steigern, sofern sich der Zustand bessert. Bei starkem Gewichtsverlust oder anhaltenden Symptomen Tierarzt konsultieren.

Wann zum Tierarzt?

  • Erbrechen oder Durchfall länger als 24–48 Stunden.
  • Blut im Erbrechen/ Stuhl, Fieber, Apathie, starke Bauchschmerzen, Dehydratation.
  • Welpen, alte oder kranke Tiere benötigen frühzeitige tierärztliche Abklärung.

Wenn du unsicher bist, ruf deinen Tierarzt an — bei Anzeichen von Gefahr sofort in die Praxis oder Klinik.

Zurück zur normalen Fütterung

Wenn 24–48 Stunden nach Beginn der Schonkost keine Symptome mehr auftreten, kannst du innerhalb von 3–5 Tagen schrittweise wieder auf das gewohnte Futter umstellen: Mischung aus Schonkost und Normalfutter in steigender Reihenfolge (25/75 → 50/50 → 75/25 → 100/0).

Aufbewahrung und Hygiene

  • Kühl lagern: im Kühlschrank 2–3 Tage, gut verpackt. Länger einfrieren (bis 3 Monate) in Portionen.
  • Erwärme nur auf lauwarm, nicht heiß. Reste nicht mehrfach aufwärmen.
  • Sorgfältige Küchenhygiene bei rohem Fleisch vermeiden: bei Schonkost immer vollständig durchgaren.

Weiterführende Tipps & Links

Bei wiederkehrenden Verdauungsproblemen lohnt sich ein Futtertagebuch und ggf. allergologische Abklärung. Weitere praktische Rezepte und Hintergrundinfos findest du z. B. bei Nobelfutter (Rezepte & Schonkost-Infos) oder spezialisierten Ratgebern zur Schonkost:

Selbstgekochte Schonkost kann schnell helfen — aber sie ersetzt nicht die tierärztliche Diagnose bei ernsthaften oder anhaltenden Beschwerden. Bereite die Mahlzeiten simpel zu, beobachte deinen Hund genau und frage im Zweifel immer den Tierarzt.

Viel Erfolg beim Ausprobieren — deinem Hund zuliebe: sanft, schonend und mit gesundem Menschenverstand.

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