Erbsen beim Hund: Gesund, sicher und richtig zubereitet
Viele Hundehalter fragen sich, ob Erbsen eine gute Ergänzung zum Hundefutter sind. In diesem Artikel erfährst du, wie Erbsen deinem Hund guttun können, worauf du achten musst und wie du sie sicher servierst.
Kurzantwort: Können Hunde Erbsen essen?
Ja — grundsätzlich können Hunde Erbsen essen. Die kleinen Hülsenfrüchte sind für die meisten Hunde ungiftig und liefern Protein, Ballaststoffe sowie Vitamine. Wichtig sind aber die Zubereitung, die Menge und die Form (frisch, gefroren, gekocht, konserviert, getrocknet).
Welche Erbsenarten sind geeignet?
- Gekochte grüne Erbsen (TK oder frisch): Gut verträglich, weich und leicht verdaulich. Am besten ungewürzt servieren.
- Zuckerschoten / Zuckererbsen: Die ganze Schote ist essbar, oft milder und knackiger — in kleinen Stücken anbieten.
- Schneefrüchte / Snow peas: Ebenfalls essbar, sollten klein geschnitten werden, besonders bei kleinen Hunden.
- Dosen-/Konserven-Erbsen: Häufig stark gesalzen oder gewürzt — nur nach gründlichem Abspülen und in sehr kleinen Mengen geben.
- Getrocknete Erbsen: Nicht roh füttern. Getrocknete Erbsen müssen lange eingeweicht und gekocht werden, sonst sind sie schwer verdaulich und können Blähungen verursachen.
Wie solltest du Erbsen zubereiten?
- Immer ohne Salz, Öl oder Gewürze: Zwiebel, Knoblauch oder starke Gewürze sind giftig für Hunde und müssen vermieden werden.
- Kochen oder dämpfen: Dadurch werden Erbsen weicher und leichter verdaulich.
- Pürieren für empfindliche Hunde: Bei Welpen, alten Hunden oder Hunden mit Zahnproblemen ist Püree sinnvoll.
- Gefrorene Erbsen als Snack: Kurz aufgetaut oder leicht erwärmt sind sie eine kalorienarme Belohnung; ganz gefroren eignen sie sich als Kausnack bei warmem Wetter (Achtung: Zahnprobleme).
Welche Vorteile bringen Erbsen?
- Ballaststoffe: Unterstützen die Verdauung und fördern ein Sättigungsgefühl.
- Pflanzliches Protein: Erbsen enthalten Protein, das andere Proteinquellen ergänzen kann.
- Vitamine und Mineralien: Besonders Vitamin A, Vitamin K, B-Vitamine sowie Eisen und Magnesium.
- Kalorienarm: Eignet sich gut als Snack für übergewichtige Hunde, wenn richtig portioniert.
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
- Blähungen und Durchfall: Zu viele Erbsen oder rohe/getrocknete Erbsen können Magen-Darm-Probleme verursachen.
- Erstickungsgefahr: Ganze Erbsen können bei kleinen oder hastigen Fressern zum Verschlucken führen — lieber klein schneiden oder pürieren.
- Salz und Zusatzstoffe in Konserven: Verarbeitete Erbsen enthalten oft Salz oder Geschmacksverstärker, die schädlich sein können.
- Ernährungsbalance: Erbsen sind Ergänzung, kein Ersatz für ein ausgewogenes Hundefutter. Zu viel pflanzliches Protein kann die Gesamtbilanz stören.
- Herzgesundheit (DCM-Diskussion): In den letzten Jahren gab es Berichte, die eine mögliche Verbindung zwischen getreidefreien Futtermitteln mit hohem Anteil an Hülsenfrüchten (u. a. Erbsen) und dilatativer Kardiomyopathie (DCM) bei Hunden untersuchten. Die Forschung ist komplex und bislang nicht eindeutig kausal. Wenn dein Hund bereits Herzprobleme hat oder du ein Futtermittel mit hohem Erbsenanteil verwendest, sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.
Wie viel Erbsen darf ein Hund essen?
Als Faustregel: Erbsen sollten maximal einen kleinen Teil der täglichen Kalorien ausmachen. Bei Leckerlis gilt etwa 5–10 % der Tageskalorien als Richtwert. Konkrete Portionen (als grobe Orientierung):
- Kleine Hunde (bis 10 kg): 1–2 Esslöffel gekochte Erbsen pro Tag
- Mittelgroße Hunde (10–25 kg): 2–4 Esslöffel
- Große Hunde (über 25 kg): 4–8 Esslöffel
Beginne mit kleinen Mengen, beobachte die Verdauung und passe die Portionen an.
Praktische Serviervorschläge
- Als kleiner Snack: Einige gekochte Erbsen als Belohnung beim Training.
- Gemischt ins Futter: Einige Löffel Erbsen unter das Nass- oder Trockenfutter mischen.
- Erbsenpüree: Gekochte Erbsen pürieren und mit etwas Hühnerbrühe ohne Salz verdünnen (wenn nötig).
- Gefrorene Erbsen in einem Kong oder als Sommer-Refreshment: Achtung bei Zahnproblemen.
Wann solltest du Erbsen lieber weglassen?
- Bei bekannten Futtermittelallergien oder Unverträglichkeiten.
- Bei bestehenden Herzproblemen ohne Rücksprache mit dem Tierarzt.
- Wenn dein Hund stark zu Blähungen oder Durchfall neigt.
Fazit
Erbsen sind für die meisten Hunde eine geeignete, nährstoffreiche Ergänzung — vorausgesetzt, sie sind richtig zubereitet und werden in Maßen gefüttert. Achte auf ungewürzte, gekochte Formen, vermeide stark verarbeitete Konserven und beobachte die Reaktion deines Hundes nach der Einführung. Bei Unsicherheit oder bei Vorerkrankungen solltest du immer deine Tierärztin oder deinen Tierarzt konsultieren.
Weiterführende Informationen findest du beispielsweise bei Tierärzten und anerkannten Organisationen wie der American Veterinary Medical Association (https://www.avma.org) oder der U.S. Food and Drug Administration zur DCM-Diskussion (https://www.fda.gov/animal-veterinary).
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