Kochen für Hunde Rezepte: 3 ausgewogene Menüs, Sicherheitstipps & Fütterungsplan
Selbst kochen für den Hund kann gesünder, verträglicher und abwechslungsreicher sein als Fertigfutter — wenn es richtig gemacht wird. In diesem Artikel findest du einfache, ausgewogene Rezepte, wichtige Sicherheitsregeln und praktische Portionstipps für den Alltag.
Warum kochen für Hunde? Vor- und Nachteile
Viele Hundebesitzer entscheiden sich fürs Kochen für Hunde, weil sie Zutaten selbst auswählen, Unverträglichkeiten ausschließen und die Qualität des Futters kontrollieren möchten. Vorteile sind frische Zutaten, weniger Zusatzstoffe und bessere Verträglichkeit bei sensiblen Tieren. Nachteile: selbstgekochtes Futter erfordert Planung, Nährstoffausgleich und möglicherweise Ergänzungen, um Mangelernährung zu vermeiden.
Wichtige Grundlagen: Was gehört in einen ausgewogenen Napf?
Ein vollständiges, selbstgekochtes Hundemenü sollte Makronährstoffe und essentielle Mikronährstoffe abdecken. Eine praxisnahe, oft empfohlene Zusammensetzung (als Ausgangspunkt) ist:
- Muskel- und Fettfleisch: ca. 50–60 %
- Innereien (davon Leber maximal 5 % der Gesamtration): 5–10 %
- Kohlenhydrate (Reis, Kartoffeln, Hafer): 20–30 %
- Gemüse/Obst (gekocht oder fein püriert): 10–15 %
- Ergänzungen: Calcium (z. B. Calciumcarbonat/Bone-Meal-Supplement), Omega-3-Öl, bei Bedarf Multivitaminpräparat
Hinweis: Das ist eine allgemeine Orientierung. Für langfristige Fütterung solltest du einen Tierarzt oder einen zertifizierten Ernährungsexperten konsultieren, damit alle Mikronährstoffe (z. B. Vitamin D, Kalzium-Phosphor-Verhältnis) stimmen.
Fütterungsmenge: Wie viel kochen für Hunde?
- Erwachsene Hunde: ca. 2–3 % des Körpergewichts pro Tag (abhängig von Aktivität, Alter und Stoffwechsel).
- Welpen, trächtige oder säugende Hündinnen: deutlich mehr, oft 4–6 % oder nach tierärztlicher Empfehlung.
Beispiel: Ein 20 kg schwerer, mäßig aktiver Hund benötigt etwa 400–600 g selbstgekochte Nahrung pro Tag (2–3 %). Kontrolle von Körperkondition und Gewicht ist entscheidend; passe die Menge entsprechend an.
Toxische und ungeeignete Lebensmittel
Beim Kochen für Hunde unbedingt vermeiden:
- Schokolade, Kakao
- Zwiebeln, Knoblauch (auch in Pulverform)
- Trauben und Rosinen
- Xylit (in zuckerfreien Lebensmitteln)
- Rohe oder gekochte Knochen (gekochte Knochen splittern)
- Macadamia-Nüsse, hoher Salz- oder Fettgehalt
Bei Fragen zu Giftstoffen findest du weiterführende Informationen z. B. bei spezialisierten Quellen wie Fressnapf – Hundefutter selber kochen oder einschlägigen tierärztlichen Ratgebern.
Praktische Rezepte: 3 einfache Kochideen
Alle Rezepte sind für circa 1 kg fertige Mahlzeit ausgelegt (als Orientierung). Ergänze bei langfristiger Fütterung geeignete Nahrungsergänzungsmittel nach Rücksprache mit dem Tierarzt.
1) Huhn & Reis mit Gemüse
- 600 g Hühnerfleisch (ohne Knochen)
- 200 g gekochter Reis
- 150 g gemischtes Gemüse (Karotte, Zucchini, Erbsen) fein gekocht
- 50 g Hühnerleber (nicht mehr als 5 % regelmäßig)
- 1 TL Fischöl (Omega-3) oder Leinöl
- Calcium-Supplement nach Anleitung
Zubereitung: Fleisch anbraten oder in Wasser garen, Reis separat kochen, Gemüse weichdünsten und grob pürieren. Alles mischen, Öl und Supplement zufügen, abkühlen lassen.
2) Rind & Süßkartoffel-Eintopf
- 600 g mageres Rindfleisch (gewürfelt oder hack)
- 200 g Süßkartoffel (gekocht, gewürfelt)
- 150 g Möhren/Grünkohl (gedünstet)
- 50 g Rinderleber
- 1 EL Rapsöl
- Calcium-Supplement nach Bedarf
Zubereitung: Fleisch anbraten, Gemüse und Süßkartoffel hinzufügen, mit Wasser köcheln bis alles weich ist. Abkühlen, Öl und Calcium einrühren.
3) Fisch & Kartoffel (Omega-3-quelle)
- 500 g entgräteter, gekochter Fisch (z. B. Lachs, Seelachs)
- 300 g Kartoffeln (gekocht, zerstampft)
- 150 g Erbsen oder Kürbis (gekocht)
- 50 g Kalbs- oder Rinderleber
- 1 TL Lein- oder Fischöl
- Calcium-Supplement
Wichtig: Auf Quecksilberwerte achten und fettreiche Fische nicht zu häufig füttern. Entferne alle Gräten und gare den Fisch vollständig.
Kochen, Lagerung & Hygiene
- Kochzeit: Fleisch und besonders Innereien gut durchgaren.
- Keine gekochten Knochen: auch kleine Stücke können splittern und Innenverletzungen verursachen.
- Haltbarkeit: Frisch im Kühlschrank 3–4 Tage, tiefgekühlt 2–3 Monate. Portioniere vor dem Einfrieren.
- Hygiene: Schneidebrett und Messer nach der Zubereitung gründlich reinigen, um Kreuzkontamination zu vermeiden.
Langfristig ausgewogen füttern — wann zum Tierarzt?
Wenn du dauerhaft selbst kochst, lasse mindestens einmalig einen Futterplan von einem Tierarzt oder tierärztlichen Ernährungsberater prüfen. Symptome wie Haarausfall, Müdigkeit, wiederkehrende Magen-Darm-Probleme oder Gewichtsveränderungen sind Hinweise auf Nährstoffmängel und sollten untersucht werden.
Weiterlesen & Quellen
Für mehr Rezeptideen und tiefere Infos sieh dir bekannte Ratgeber an, z. B. Kochenfürhunde.de oder die Übersichtsartikel zum Selberkochen bei Fressnapf. Und: Besprich Langzeitrationen mit deinem Tierarzt, besonders bei Welpen, alten Hunden oder Hunden mit Erkrankungen.
Wenn du möchtest, kann ich dir einen individuellen 7-Tage-Futterplan für deinen Hund erstellen — nenne mir Alter, Gewicht, Aktivitätsgrad und eventuelle Unverträglichkeiten.
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