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Kartoffeln fürs Hundenapf: sicher zubereiten, Vorteile und Risiken

Lukas Fuchs vor 4 Wochen Ernährung und Gesundheit von Hunden 3 Min. Lesezeit

Kann die klassische Kartoffel ein gesunder Snack für deinen Vierbeiner sein — oder schlicht gefährlich? Dieser Artikel erklärt praxisnah, wie du Kartoffeln für Hunde sicher zubereitest, welche Mengen sinnvoll sind und wann du besser darauf verzichtest.

Warum überhaupt Kartoffeln für Hunde?

Die Kartoffel liefert leicht verfügbare Kohlenhydrate, einige Vitamine (z. B. Vitamin C in geringen Mengen), Kalium und Ballaststoffe. Richtig zubereitet kann sie Energie spenden, die Verdauung unterstützen und als schonende Beilage bei Magenproblemen dienen. Viele Fertigfuttermischungen nutzen Kartoffeln als Gluten-freie Kohlenhydratquelle.

Wichtigste Regel zuerst: niemals roh

Rohe Kartoffeln enthalten Solanin und andere Glykoalkaloide, die für Hunde (wie auch für Menschen) giftig sein können. Daher dürfen Kartoffeln nur vollständig gekocht, gebacken oder gedämpft angeboten werden. Die Schale von unreifen oder grünen Kartoffeln enthält besonders viel Solanin – diese solltest du auf jeden Fall entsorgen.

Was gängige Quellen sagen

  • Fressnapf: Gekochte Kartoffeln sind ungefährlich, roh hingegen nicht.
  • BARFER'S: Keine Rohfütterung, gut geeignet nach ausreichendem Garen.

Wie du Kartoffeln richtig zubereitest

  • Kochen/Dämpfen: Am schonendsten — mindestens 20 Minuten kochen, bis die Knolle weich ist. Wasser abgießen und ohne Salz servieren.
  • Backen: Im Ofen garen, aber die Schale bei grünen Stellen oder Keimen entfernen.
  • Pürieren: Für ältere Hunde oder bei Verdauungsproblemen eignet sich Kartoffelpüree ohne Fett, Milch oder Salz.
  • Frittieren vermeiden: Pommes, Chips oder frittierte Kartoffeln enthalten zu viel Fett und Gewürze — ungeeignet.

Portionsgrößen und Häufigkeit

Kartoffeln sollten niemals einen Großteil der täglichen Kalorien ausmachen. Sie sind eine Beilage, kein Hauptfutter (außer bei spezialisierten, tierärztlich begleiteten Diäten).

  • Kleine Hunde (bis 10 kg): 1–2 kleine gekochte Kartoffelstücke pro Portion.
  • Mittelgroße Hunde (10–25 kg): 1–2 mittelgroße Kartoffelstücke.
  • Große Hunde (>25 kg): 1–2 ganze Kartoffeln als gelegentliche Beilage.

Als Faustregel: Kartoffeln sollten nicht mehr als 10–20 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen, außer bei spezifischer tierärztlicher Empfehlung.

Vorteile — was die Kartoffel deinem Hund bringen kann

  • Leicht verdauliche Energie (Kohlenhydrate).
  • Kalium und Spuren von Vitaminen.
  • Gute Option bei Getreideunverträglichkeit als glutenfreie Kohlenhydratquelle.
  • Schonende Beilage bei Magen-Darm-Störungen (gekocht & püriert).

Risiken und wann du nicht füttern solltest

  • Rohes Gemüse vermeiden: Rohkartoffeln sind giftig.
  • Fett und Gewürze: Butter, Milch, Salz, Zwiebeln oder Knoblauch (auch in Gewürzmischungen) sind gefährlich oder ungesund.
  • Übergewicht und Diabetes: Kartoffeln sind kohlenhydratreich — bei übergewichtigen oder diabetischen Hunden nur sehr sparsam oder gar nicht.
  • Allergie/Unverträglichkeit: Zwar selten, aber wenn nach Fütterung Durchfall, Erbrechen oder Juckreiz auftreten, absetzen und Tierarzt kontaktieren.

Kartoffel vs. Süßkartoffel

Süßkartoffeln sind häufiger in hypoallergenen Rezepturen vertreten und enthalten mehr Beta‑Carotin. Beide sind für Hunde geeignet, solange sie gekocht und ungewürzt sind. Bei Allergien oder Stoffwechselerkrankungen ist Rücksprache mit dem Tierarzt ratsam.

Integration in BARF, Nass- und Trockenfutter

In vielen BARF‑Plänen werden Kartoffeln als Kohlenhydratquelle eingesetzt — allerdings nicht roh. Wenn du selbst BARF zubereitest, achte auf eine ausgeglichene Nährstoffbilanz und konsultiere Rezepte oder deine(n) Tierarzt/-ernährungsberater.

Fertiges Hundefutter mit Kartoffeln ist eine häufige Option für allergieanfällige Hunde; lies die Zutatenliste und achte auf Zusatzstoffe.

Einfache Rezeptideen

  • Gekochte Kartoffelwürfel pur als Snack (abgekühlt).
  • Schonendes Kartoffelpüree: gekochte Kartoffel, etwas Wasser — kein Salz, keine Milch.
  • Hunde‑Eintopf: gekochte Kartoffel, mageres Hühnchen, Karotte — alles gut durchgekocht.

Lagerung und Einkaufstipps

  • Kaufe feste, nicht grüne Knollen. Grüne Stellen und Keime wegschneiden.
  • Rohkartoffeln kühl, dunkel und trocken lagern — aber nicht für den Napf verwenden.
  • Gekochte Kartoffeln im Kühlschrank 1–2 Tage aufbewahren; vor dem Füttern auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Wann der Tierarzt gefragt ist

Wenn dein Hund nach Kartoffelfütterung Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Schwäche, Herzrhythmusstörungen oder Krämpfe zeigt, wende dich sofort an eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik. Bei bestehenden Erkrankungen (Diabetes, Pankreatitis, Übergewicht) vorher Rücksprache halten.

Fazit

Kartoffeln sind eine praktische, in Maßen gesunde Ergänzung für viele Hunde — vorausgesetzt sie sind vollständig gekocht, ungewürzt und richtig portioniert. Vermeide rohe Knollen, frittierte Produkte und gewürzte Speisen. Bei Unsicherheit oder bei speziellen Gesundheitsproblemen ist die Absprache mit dem Tierarzt die beste Vorgehensweise.

Weiterführende Informationen findest du unter anderem bei Fressnapf und BARFER'S.

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