Warum dein Hund sich die Pfoten leckt – Ursachen, schnelle Hilfe und Vorbeugung
Wenn dein Hund sich ständig oder häufig die Pfoten leckt, kann das von harmlosen Gewohnheiten bis zu ernsten gesundheitlichen Problemen reichen. In diesem Artikel erfährst du, woran du Pfotenlecken erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und wie du deinem Hund sinnvoll helfen kannst.
Das Bild ist vielen Hundebesitzern vertraut: Der Hund knabbert oder leckt immer wieder an einer Pfote. Aber wann ist das normale Säuberungsverhalten, und wann sollte man genauer hinsehen? "Hund leckt sich Pfoten" ist ein häufig gesuchter Begriff — hier bekommst du eine umfassende Übersicht mit praktischen Tipps und klaren Handlungsempfehlungen.
Häufige Ursachen, warum dein Hund sich die Pfoten leckt
- Allergien: Umweltallergene (Pollen, Hausstaubmilben), Futtermittelallergien oder Kontaktallergien (z. B. gegen bestimmte Reinigungsmittel) führen oft zu Juckreiz an Pfoten und Pfotenzwischenräumen.
- Parasiten: Flöhe, Zecken oder Milben können starken Juckreiz verursachen. Manche Milbenarten lassen Hunde gezielt Pfoten belecken.
- Hautinfektionen: Bakterielle oder Pilzinfektionen (z. B. Malassezien) entstehen sekundär durch Kratzen und Lecken und verstärken das Problem.
- Fremdkörper und Verletzungen: Dornen, Steinchen, Glassplitter oder kleine Risse/Blasen reizen und schmerzen.
- Schmerzen: Gelenk- oder Ballenschmerzen (z. B. Arthrose, Dornfortsatzverletzungen) können dazu führen, dass Hunde an der betroffenen Pfote lecken.
- Chemikalien und Streusalz: Im Winter reizt Streusalz die Haut. Ebenso können Reinigungsmittel oder Gartenchemikalien Auslöser sein.
- Verhaltensbedingtes Lecken: Stress, Langeweile oder zwanghaftes Verhalten (Compulsive Disorder) führen manche Hunde zum ständigen Lecken als Beruhigungsmechanismus.
Woran du erkennst, ob das Lecken ernst ist
Beobachte die Pfoten genau. Alarmzeichen, bei denen du zeitnah zum Tierarzt solltest, sind:
- Rötung, Schwellung, offene Stellen oder Eiter
- anhaltendes oder exzessives Lecken (mehrere Male pro Stunde)
- Humpeln oder Lahmheit
- Geruch aus der Pfote (Hinweis auf Infektion)
- verändertes Verhalten: Rückzug, Appetitlosigkeit, Fieber
Erste Hilfe zuhause — sichere Maßnahmen
Du kannst einige Dinge zuhause tun, um akute Reizungen zu lindern oder die Pfote zu säubern, vermeide aber Selbstmedikation mit Antibiotika oder Kortison ohne Tierarzt:
- Reinigen: Mit lauwarmem Wasser oder einer milden, tiergerechten Reinigungslösung vorsichtig säubern. Trocknen nicht vergessen.
- Salzwasser-Spülung: Eine kurze Spülung mit lauwarmer, isotonischer Kochsalzlösung (physiologische Kochsalzlösung) entfernt Schmutz und beruhigt.
- Kühlkompressen: Bei Schwellung oder Hitze hilft eine kühle Kompresse (nicht zu kalt, 10–15 Minuten).
- Pfotenschutz: In der akuten Phase hilft manchmal eine leichte Bandage oder ein Pfotenschutz, um Lecken zu verhindern. Nutze bitte atmungsaktive Materialien und wechsle die Bandage regelmäßig.
- E-Collar (Schutzkragen): Wenn die Pfote wundgeleckt wird, verhindert ein Schutzkragen weiteres Schädigen.
Was der Tierarzt diagnostiziert und wie er behandelt
Der Tierarzt klärt Ursache und Schweregrad mit Untersuchungen wie Hautabstrich, Mikroskop (Hautgeschabsel), Pilzkulturen, Allergietests, Blutuntersuchungen oder Röntgen (bei Verdacht auf Fremdkörper oder Gelenkprobleme). Die Behandlung richtet sich nach der Ursache:
- Allergien: Ausschlussdiät, Hyposensibilisierung, symptomatische Behandlung mit vom Tierarzt verordneten Medikamenten.
- Infektionen: Bei bakteriellen Infektionen Antibiotika; bei Pilzinfektionen Antimykotika.
- Parasiten: gezielte Entwurmung/Parasitenbehandlung.
- Schmerztherapie: Entzündungshemmer oder Schmerzmittel, Physiotherapie bei Bedarf.
Hausmittel & Pflege — was hilft langfristig?
- Regelmäßige Pfotenpflege: Pfoten nach Spaziergängen reinigen, zwischen den Ballen schneiden (nur falls nötig), Krallen pflegen.
- Pfotenbalsam: Fettende, natürliche Cremes mit z. B. Bienenwachs oder Kokosöl schützen rissige Ballen — auf Unbedenklichkeit achten.
- Ernährung: Hochwertiges Futter, Omega-3-Fettsäuren und gegebenenfalls Probiotika können Hautgesundheit positiv beeinflussen.
- Umweltanpassung: Ersatz von Reinigungsmitteln, Vermeidung von streusalzbehandelten Wegen oder öfter Pfotenschutz im Winter (Booties).
- Beschäftigung gegen Stress: Mehr mentale Auslastung, Spaziergänge, Suchspiele, Spielzeug und Training reduzieren verhaltensbedingtes Lecken.
Prävention: So verhinderst du wiederkehrendes Pfotenlecken
- Regelmäßige Kontrolle: Pfoten nach jedem Spaziergang kurz kontrollieren.
- Gute Pflege-Routine: Säuberung, Trocknen, Balsam bei rauer Witterung.
- Allergie-Management: Bei bekannten Allergien Auslöser meiden und regelmäßige Tierarztkontrollen.
- Parasitenprophylaxe: Flöhe, Zecken und Milben vorbeugen.
- Frühzeitiges Handeln: Bei ersten Anzeichen reagieren, bevor sich Entzündungen etablieren.
Wann zum Tierarzt — kurze Checkliste
Vereinbare zeitnah einen Termin, wenn eines der folgenden zutrifft:
- anhaltendes, exzessives Lecken
- offene Wunden, Eiter oder übler Geruch
- Humpeln oder deutliche Schmerzäußerungen
- weitere Symptome wie Fieber oder Appetitlosigkeit
Wenn du dich unsicher fühlst, ist ein kurzer Anruf beim Tierarzt sinnvoll — besser früh abklären als ein kleines Problem unnötig verschlimmern.
Weiterführende Infos und hilfreiche Links
Vertiefende Informationen rund um Hautkrankheiten und Allergien findest du z. B. beim Bundesverband Praktizierender Tierärzte: bpt.de oder beim Deutschen Tierschutzbund: tierschutzbund.de. Dein Tierarzt vor Ort bleibt aber die beste Anlaufstelle für individuelle Diagnostik und Therapie.
Fazit
Dass sich ein Hund zwischendurch die Pfoten leckt, ist nicht ungewöhnlich. Wichtig ist die Beobachtung: Häufiges, intensives oder schmerzhaftes Lecken deutet auf ein Problem hin, das abgeklärt werden sollte. Mit gezielter Pflege, Umweltschutzmaßnahmen und — falls nötig — tierärztlicher Behandlung lassen sich viele Ursachen erfolgreich beheben. Wenn du unsicher bist, wende dich frühzeitig an deinen Tierarzt: So schützt du die Pfotengesundheit deines Hundes am besten.
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