Doppelt sichern beim Hund: Praktische Anleitung für mehr Schutz und Ruhe
Warum eine einfache Leine oft nicht reicht: Eine Doppelsicherung kann Hundeleben retten — besonders bei Silvester, neuen Adoptionen oder Fluchtrisiko. Dieser Artikel erklärt, wann und wie du deinen Hund zuverlässig doppelt sicherst.
Viele Hundehalter fragen sich: Wann ist es sinnvoll, den Hund doppelt zu sichern und wie geht das korrekt? Wer einen Hund doppelt sichert, reduziert das Risiko, dass der Hund ausbricht oder sich bei Panik verletzt. Im folgenden Ratgeber erfährst du, welche Situationen besonders riskant sind, welche Ausrüstung geeignet ist und wie du die Doppelsicherung praktisch anlegst und trainierst.
Was bedeutet „doppelt sichern“?
„Doppelt sichern“ heißt in der Regel, dass der Hund gleichzeitig mit zwei Befestigungspunkten verbunden ist — typischerweise Halsband und Geschirr. Ziel ist, dass ein Ausbruch aus einem Teil der Sicherung nicht automatisch dazu führt, dass der Hund komplett lose ist. Die Doppelsicherung kann mit zwei Leinen, einer Leine und einer Sicherungskoppel oder speziellen Verbindern realisiert werden.
Wann ist die Doppelsicherung besonders wichtig?
- Neu vermittelte oder ängstliche Hunde: Hunde aus dem Tierschutz oder aus dem Ausland haben oft Fluchtverhalten. Sie sind durch unbekannte Reize leichter zu erschrecken.
- Silvester und laute Events: Feuerwerk und Knallgeräusche sind Hauptgründe für Panikfluchten.
- Beim Transport: Aussteigen aus Autos kann riskant sein, wenn am Hindernisort Wild, Fahrradfahrer oder laute Geräusche sind.
- Jagdtrieb: Hunde mit starkem Jagdinstinkt können plötzlich losstürmen.
- Tierarztbesuche, Tierheime, Hundepensionen: Stresssituationen erhöhen Ausbruchsgefahr.
Welche Ausrüstung brauchst du?
- Robustes Halsband: Gut sitzend, nicht zu dünn. Bei Unsicherheit ein flaches Leder- oder Biothane-Halsband wählen.
- Sicherheits- oder Ausbruchsicheres Geschirr: Ein Geschirr, das eng am Brustkorb anliegt und nicht über den Kopf gezogen wird, ist empfehlenswert.
- Zwei Leinen: Eine Kurzleine (Traffic-Leine ~0,5–1,2 m) für Kontrolle und eine längere Sicherheitsleine (1,5–2 m) für normalen Spaziergang oder extra Puffer.
- Sicherungskoppel oder Y-Connector: Zum gleichzeitigen Anbringen beider Leinen an Halsband und Geschirr.
- Karabiner und Snap-Haken: Metallkarabiner mit guter Belastbarkeit; bei Bedarf mit Schraubsicherung.
Schritt-für-Schritt: So legst du die Doppelsicherung an
- Ziehe zuerst das Geschirr an und überprüfe den Sitz: zwei Finger sollten gerade noch zwischen Geschirr und Hundepop passen.
- Setze das Halsband bequem, aber sicher — nicht zu locker.
- Befestige eine Leine am Geschirr (Rücken- oder Brust-Öse, je nach Modell) und die zweite Leine am Halsband. Alternativ kannst du eine Sicherungskoppel nutzen, die beide Befestigungen vereint.
- Halte idealerweise eine Leine in jeder Hand oder führe eine Leine um den Körper (Bauchgurt) – so verteilst du die Zugkräfte besser.
- Kontrolliere vor dem Losgehen alle Verschlüsse und Karabiner auf festen Sitz.
Varianten der Doppelsicherung
- Zwei-Leinen-System: Klassisch: eine Leine am Halsband, eine am Geschirr. Vorteil: höchste Redundanz.
- Sicherungskoppel: Ein kurzes Verbindungsteil, das am Halsband und am Geschirr befestigt wird, an dem dann die Hauptleine hängt. Vorteil: weniger Leinengewirr, aber trotzdem doppelte Befestigung.
- Gurt oder Hüftgurt: Für sehr starke oder ziehfreudige Hunde sinnvoll — der Halter hat mehr Stabilität.
Worauf du unbedingt achten solltest
- Richtige Größenwahl: Weder Halsband noch Geschirr dürfen zu locker sitzen. Ein zu enges Geschirr verletzt, ein zu lockeres erlaubt Ausbruch.
- Niemals beide Leinen an genau einem Punkt zusammenführen, wenn dieser Punkt Schwachstelle ist (z. B. am Halsband, das ausreißen kann).
- Regelmäßig Verschleiß prüfen: Nähte, Material, Schnallen und Karabiner kontrollieren.
- Trainiere das Anlegen und Tragen: Gewöhne den Hund schrittweise an das Geschirr und die doppelte Befestigung ohne Stress.
Praktische Tipps für Alltag und Notfälle
- Vor lauten Events (Silvester) frühzeitig anlegen und Hund im ruhigen Zustand an die Doppelsicherung gewöhnen.
- Beim Aussteigen aus dem Auto: zuerst anleinen, dann öffnen — nie umgekehrt.
- Wenn dein Hund panisch wird: Bleib ruhig, knie dich herunter, spreche mit beruhigender Stimme und vermeide hektische Bewegungen.
- Trainiere Rückruf und Leinenführigkeit regelmäßig — doppelte Sicherung ist Backup, kein Ersatz für Training.
Weiterführende Quellen und Produkthinweise
Erklärungen und Empfehlungen zur Doppelsicherung findest du bei TASSO: tasso.net - Hund richtig sichern und bei kleine-und-grosse-pfoten.de mit praktischen Anleitungen. Für Spezialequipment bieten Shops wie StyleSnout passende Sicherungskoppeln und Sicherheitsgeschirre an.
Fazit
Die Praxis zeigt: Hunde doppelt zu sichern ist ein effizienter Weg, Fluchten und Unfälle zu verhindern. Vor allem in stressigen Situationen, bei neu vermittelten Hunden oder beim Transport kann die zusätzliche Sicherung Leben retten und Nerven schonen. Wichtig ist die richtige Ausrüstung, regelmäßige Kontrollen und ein ruhiges, planvolles Vorgehen. Nutze die Doppelsicherung als sinnvolle Ergänzung zu Training und Aufmerksamkeit — nicht als Ersatz. Wenn du unsicher bist, lass dich von einer erfahrenen Hundetrainerin oder dem Tierschutzverein beraten.
Wenn du möchtest, kann ich dir eine kurze Checkliste zum Ausdrucken erstellen oder konkrete Produktempfehlungen für verschiedene Hundetypen zusammenstellen.
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