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Dilute-Gen beim Labrador: Ursache, Risiken und verantwortungsvolle Zucht

Lukas Fuchs vor 4 Tagen Hunde Zucht und Genetik 3 Min. Lesezeit

Das "Dilute-Gen" sorgt bei einigen Labrador Retrievern für ungewöhnliche Fellfarben wie Silber, Charcoal oder Champagner — oft attraktiv, aber auch umstritten. In diesem Artikel erkläre ich, wie das Dilute‑Gen funktioniert, welche gesundheitlichen Folgen es haben kann und worauf Käufer und Züchter achten sollten.

Was ist das Dilute‑Gen (dilute gen labrador)?

Das Dilute‑Gen (häufig als D‑Lokus bezeichnet) ist eine Genvariante, die die Intensität der Pigmentierung im Fell und in der Haut reduziert. Fachlich wirkt das Allel „d“ auf die Verteilung und Konzentration des Eumelanin‑Pigments, sodass aus einem kräftigen Schwarz beispielsweise ein bläulich‑graues oder „silbernes“ Fell wird. Beim Labrador kann das Ergebnis je nach Grundfarbe als charcoal (aus Schwarz), lilac/champagne (aus Braun/Gelb) bezeichnet werden.

Genetik kurz erklärt

  • Der D‑Lokus hat zwei Hauptallele: D (dominant, normale Pigmentierung) und d (rezessiv, Verdünnung).
  • Nur Hunde mit Genotyp dd zeigen die verdünnte (dilute) Farbe. Hunde mit Dd sind Träger, aber sichtbar normal gefärbt.
  • Verpaarungen: dd × dd → alle Welpen dd (dilute). Dd × dd → ca. 50 % dilute‑Welpen. Dd × Dd → ca. 25 % dilute‑Welpen.

Welche Farben entstehen beim Labrador durch das Dilute‑Gen?

Die typische Farbumwandlung durch das dilute Gen beim Labrador:

  • Schwarz → grau/bläulich/"silber" oder "charcoal"
  • Braun (chocolate) → hellere Töne wie "lilac" oder helles Schokobraun
  • Gelb → champagnerartige oder aufgehellte Gelbtöne

Wichtig: Die Bezeichnungen wie "silberner Labrador" sind keine offiziellen Rassestandards vieler großer Verbände; es handelt sich um umgangssprachliche Begriffe.

Gesundheitliche Risiken: Color Dilution Alopecia (CDA)

Mit dem Dilute‑Gen kann eine Haar‑ und Hauterkrankung assoziiert sein, die als Color Dilution Alopecia (CDA) oder Color Mutant Alopecia bekannt ist. Typische Symptome sind:

  • Brüchiges Fell und vermehrter Haarausfall
  • Dünner werdendes Fell, kahle Stellen
  • Hautentzündungen, Juckreiz und sekundäre Infektionen

Nicht jeder dilute Hund entwickelt CDA, die Veranlagung kann jedoch das Risiko deutlich erhöhen. Die Erkrankung ist oft chronisch und kann nur symptomatisch behandelt werden (z. B. Hautpflege, lokaler Therapieeinsatz durch den Tierarzt).

Warum ist das Thema so umstritten?

Die Zucht auf auffällige Sonderfarben hat ethische und gesundheitliche Fragen aufgeworfen:

  • Gesundheit vs. Aussehen: Manche Züchter selektieren gezielt auf dilute Farben, ohne ausreichend Gesundheitskontrollen durchzuführen.
  • Ursprung: Es wird diskutiert, ob das dilute Allel ursprünglich im Labrador vorhanden war oder durch Einkreuzungen (z. B. Weimaraner) verstärkt wurde.
  • Verbandspolitik: Viele Zuchtverbände bewerten dilute Farben als Fehler für die Zuchtzulassung oder raten von der gezielten Zucht ab.

Was Käufer und Züchter beachten sollten

  • DNA‑Test: Es gibt genetische Tests, die das Vorhandensein von D oder d nachweisen. Ein verantwortungsvoller Züchter testet Eltern auf relevante Gene.
  • Gesundheitschecks: Fragen Sie nach Haut‑ und Fellgesundheit in der Ahnentafel, nach Vorfällen von CDA in der Linie und nach tierärztlichen Befunden.
  • Keine Verpaarung dd × dd: Aus gesundheitsethischen Gründen raten seriöse Züchter davon ab, gezielt zwei Träger dd zu verpaaren, da dann alle Welpen dilute sind und ein erhöhtes CDA‑Risiko tragen können.
  • Information statt Mode: Lassen Sie sich nicht nur von einer ungewöhnlichen Fellfarbe leiten — informieren Sie sich über Zuchtpraxis und Seriosität des Züchters.

Wie erkenne ich, ob mein Labrador dilute ist?

Anzeichen für Verdünnung sind:

  • ungewöhnliche graue/bläuliche Schattierungen bei ansonsten schwarzen Tieren
  • aufgehellte Augen-, Nasen- oder Lefzenpigmentierung
  • Familiengeschichte mit Dilute‑Färbung

Die zuverlässigste Methode ist jedoch ein DNA‑Test. Ihren Tierarzt oder einen zertifizierten Genetik‑Dienstleister können Sie darum bitten.

Weiterführende Links und Quellen

Fazit: Ästhetik vs. Verantwortung

Das Thema "dilute gen labrador" verbindet reizvolle Optik mit echten gesundheitlichen Fragen. Als Hundehalter oder Züchter sollten Sie Wissen, Transparenz und Vorsorge priorisieren: DNA‑Tests, ehrliche Informationen zur Ahnentafel und Rücksicht auf die Gesundheit der Tiere sind entscheidend. Wer einen Labrador mit ungewöhnlicher Färbung ins Auge fasst, sollte nachweisen lassen, dass bei der Zucht verantwortungsvoll gearbeitet wurde — nur so bleibt das Wohlergehen des Hundes im Mittelpunkt.

Haben Sie einen Labrador mit verdächtigen Farbtönen oder möchten Sie einen Welpen kaufen? Fragen Sie den Züchter nach Gentests, lassen Sie sich Befunde zeigen und besprechen Sie Risiken mit Ihrem Tierarzt.

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